Kirch: Zu Schulden kommen Hacker

13. Februar 2002, 20:58
4 Postings

Software zum Premiere-Knacken findet rege Verbreitung

Als hätte der Münchner Medienunternehmer Leo Kirch mit sechs Milliarden Euro (82,5 Milliarden Schilling) Schulden nicht schon genug Zores: Seit wenigen Wochen kursiert im Internet Software namens Multidec 8.0, mit der PC-Besitzer auch Premiere digital kostenlos empfangen können. Nach WebStandard-Informationen findet die Software rege Verbreitung und kann auf zahlreichen einschlägigen Websites heruntergeladen werden.

2,4 Millionen Kunden

Mit 2,4 Millionen zahlenden Kunden liegt Premiere deutlich unter den Vorgaben von Medienmulti Rupert Murdoch. Er wird deshalb, wie er nun offiziell ankündigt, seine 22 Prozent an Premiere im Herbst Kirch zurückverkaufen - der nächste finanzielle Knackpunkt für den Münchner. Aufstocken könnte Murdoch auch, doch das bescherte "politische Probleme": Wie zur Bestätigung erklärte der deutsche Kanzler Gerhard Schröder erstmals öffentlich, er bevorzuge eine "deutsche Lösung" zur Rettung der Kirch-Gruppe.

Kaufen

Neben der Münchner Bank-Austria-Mutter HypoVereinsbank will nun auch (deren Übernahmekandidatin) Dresdner Bank Kirch seine 40 Prozent am Springer-Verlag abkaufen. Italiens Ministerpräsident und Medienmagnat Silvio Berlusconi will Kirchs Beteiligung am spanischen Telecinco.

Zwei weitere Digitalreceiver

Der Pay TV-Sender bisher nur mit der eigenen d-box kompatibel - wird ab Mitte März über zwei weitere Digitalreceiver empfangbar sein: Nach Galaxis wurden nun auch mit TechniSat und Humax Lizenz- und Herstellungsverträge unterzeichnet, teilte Premiere am Mittwoch, in einer Aussendung mit. (afs, red - Der Standard Printausgabe)

Share if you care.