Zu Schulden kommen Hacker

14. Februar 2002, 23:23
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Software zum Premiere-Knacken - Schröder will "deutsche Lösung" zur Rettung des Medienmultis

Als hätte der Münchner Medienunternehmer Leo Kirch mit sechs Milliarden Euro (82,5 Milliarden Schilling) Schulden nicht schon genug Zores: Seit wenigen Tagen kursiert im Internet Software namens Multidec 8.0, mit der PC-Besitzer auch Premiere digital kostenlos empfangen können.

"Politische Probleme"

Mit 2,4 Millionen zahlenden Kunden liegt Premiere deutlich unter den Vorgaben von Medienmulti Rupert Murdoch. Er wird deshalb, wie er nun offiziell ankündigt, seine 22 Prozent an Premiere im Herbst Kirch zurückverkaufen - der nächste finanzielle Knackpunkt für den Münchner. Aufstocken könnte Murdoch auch, doch das bescherte "politische Probleme": Wie zur Bestätigung erklärte der deutsche Kanzler Gerhard Schröder erstmals öffentlich, er bevorzuge eine "deutsche Lösung" zur Rettung der Kirch-Gruppe.

Neben der Münchner Bank-Austria-Mutter HypoVereinsbank will nun auch (deren Übernahmekandidatin) Dresdner Bank Kirch seine 40 Prozent am Springer-Verlag abkaufen. Italiens Ministerpräsident und Medienmagnat Silvio Berlusconi will Kirchs Beteiligung am spanischen Telecinco. (afs, red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. Februar 2002)

derStandard.at/Web
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