US-Bischof Hickman kommt im Frühjahr nach Österreich

19. Februar 2002, 21:08
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Zur Vorbereitung der frühestens im Juni stattfindenden Priesterinnenweihe

San Francisco/Wien/München - Der kalifornische Bischof Peter Hickman, der sich selbst als "altkatholisch" bezeichnet, aber von den altkatholischen Kirchen nicht anerkannt wird, will in diesem Frühjahr nach Österreich reisen, um die umstrittene Priesterinnenweihe von rund dreißig katholischen Frauen aus Deutschland und Österreich vorzubereiten. Die "Weihe" werde frühestens im Juni stattfinden, sagte Hickman am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor müsse er im Gespräch mit den Frauen deren theologische Ausbildung und Eignung für das Priesteramt abklären. Nach Medienberichten bereiten sich diese derzeit in einem Kloster der Erzdiözese Salzburg auf die "Weihe" vor.

"Nichts zu tun mit Priesterinnenweihe"

Österreichs altkatholischer Bischof Bernhard Heitz stellte in einer Presseaussendung "dezidiert" fest, dass die altkatholischen Bischöfe der Utrechter Union "mit Priesterweihen von römisch-katholischen Frauen nichts zu tun haben". Nach der Kirchenordnung der Utrechter Union könnten Weihen nicht für andere Kirchen vorgenommen werden. Hickman habe mit den Altkatholiken nichts zu tun. Die altkatholischen Bischöfe stehen in der apostolischen Sukzession. Die Altkatholiken hatten sich von Rom getrennt, nachdem auf dem Ersten Vatikanischen Konzil 1870 unter Pius IX. die Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubens- und Sittenfragen beschlossen worden war.

Der 46-jährige Hickman hat bereits zwei Amerikanerinnen geweiht. Er sei von Katholikinnen aus Österreich darum gebeten worden, auch in Europa Frauen zu weihen, und habe großes Verständnis für deren Anliegen, sagte Hickman. Im Fall ihrer Weihe müssen die Frauen allerdings mit Exkommunikation rechnen. "Diese tritt automatisch ein, wenn man sich von einer anderen Kirche weihen lässt", bestätigte ein Sprecher des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn. Da es sich in so einem Fall um eine "Tatstrafe nach Kirchenrecht" handle, brauche es zur Exkommunikation keines weiteren Formalaktes. Laut Hickman seien die Frauen trotz dieser Konsequenzen zu dem Schritt bereit.

"Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann"

Die Erzdiözese München hatte darauf hingewiesen, dass eine Priesterinnenweihe von Frauen in der römisch-katholischen Kirche nicht nur unerlaubt, sondern auch ungültig ist. Im Kanon 1024 des kirchlichen Gesetzbuches (CIC) heißt es: "Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann". Dies entspreche nach katholischer Auffassung der apostolischen Tradition.

Nach Angaben Hickmans umfasst die altkatholische Kirche in den USA rund 600.000 Mitglieder. Seine Gemeinde zähle zu einer "progressiven Untergruppe". Laut einem Sprecher des Bistums der Altkatholiken in Deutschland ist Hickman weder ein altkatholischer Bischof, noch vertrete er eine altkatholische Kirche. Man betrachte ihn als einen Geistlichen, dessen Weihe nicht ordnungsgemäß stattgefunden habe. Das Ansinnen der Katholikinnen, sich von einem "Vaganten" weihen zu lassen, schade ihrem eigenen Anliegen und zeige, dass sie dabei wesentliche Prinzipien im theologischen Kirchenverständnis außer Acht ließen. (APA)

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