Stoiber greift Schröder und Zeman an

13. Februar 2002, 19:14
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Der traditionelle Aschermittwoch stand dieses Jahr bereits im Zeichen des Wahlkampfs

Passau/Berlin - Gleich zu Beginn seiner zweistündigen Rede beim traditionellen Aschermittwoch in Passau attackierte der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber, Tschechiens Ministerpräsident Milos Zeman: Seine Ausfälle gegen die Sudetendeutschen seien nicht akzeptabel. "Er muss noch viel lernen, um in Europa anzukommen."

Mehrfach hob Stoiber Österreich als positives Bespiel hervor: Hier sei die Wirtschaft schneller gewachsen und die Arbeitslosigkeit abgebaut worden. Außerdem dürften in Österreich im Gegensatz zu Deutschland nur Kinder die Schule besuchen, die die deutsche Sprache beherrschten, behauptete der CSU-Chef.

Stimmung kam unter den rund 10.000 Besuchern in der Nibelungenhalle vor allem dann auf, wenn Stoiber Bundeskanzler Gerhard Schröder angriff: "Er hat die Menschen im Osten belogen", so Stoiber und kündigte ein Zukunftsprogramm für die neuen Bundesländer an. Der Kanzleraspirant versprach, Jobs bis zu einem Lohn von 400 Euro (5504 S) von der Sozialversicherungspflicht zu befreien.

Innenminister Otto Schily (SPD), der den in Lateinamerika weilenden Bundeskanzler Gerhard Schröder in Vilshofen vertrat, nannte Stoiber einen "Meister der leeren Versprechungen". FDP-Chef Guido Westerwelle gab in Passau auch ein Versprechen ab: Er werde weder mit der SPD noch mit der CDU/CSU einen Koalitionsvertrag unterschreiben, wenn nicht darin die Verpflichtung zu einer Steuerreform vorkomme. (afs, Der STANDARD, Printausgabe 14.2.2002)

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