Wiener SPÖ-Frauen starten "Mädchenmacht"

17. Februar 2002, 00:37
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Die Info-Kampagne soll Mädchen zu atypischen Berufen bestärken

Wien - "mädchenMacht" heißt eine neue Initiative der Wiener SPÖ-Frauen, die Mädchen und junge Frauen zu einer zukunftsorientierten Berufswahl ermutigen möchte. Die Wiener Stadträtin Renate Brauner (S), präsentierte am Mittwoch in einer Pressekonferenz die Informationskampagne "mäMa" inklusive eigener homepage. Information, Workshops und Events sollen den Frauen Mut und Lust auf Informationstechnologie machen, einer bisher "männertypischen" Branche. Ein ganzes Jahr lang wird die Informationskampagne laufen und richtet sich in erster Linie an Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren.

Laut Wifo-Studie benötige Wien bis 2003 rund 9.000 Fachkräfte im IT-Bereich. In der Bundeshauptstadt gebe es derzeit fast 12.000 Ausbildungsplätze im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie, allein an den Universitäten mehr als 8.000. Allerdings seien Frauen nach wie vor unterrepräsentiert, so Brauner. Zwei Drittel der Mädchen entscheiden sich nach wie vor für die drei "klassischen" weiblichen Lehrberufe: Verkäuferin, Friseurin oder Bürokauffrau.

Keine Vorbilder

An den Universitäten betrage der Frauenanteil wohl mittlerweile 49 Prozent, allerdings gebe es nur rund 25 Prozent Frauen in Technischen Studienrichtungen, im Fach "Elektrotechnik" sinke der Anteil unter fünf Prozent. Vielleicht fehle es auch an Vorbildern, meinte die Stadträtin, lediglich "lächerliche erbärmliche" vier Prozent der Professoren an der Universität seien weiblich. Es sei also höchste Zeit, traditionelle Rollenbilder hinter sich zu lassen und neue Wege einzuschlagen.

Brauner bedauerte selbst eine reine Mädchenschule besucht zu haben und schilderte den Kampf einiger Schulkolleginnen, die eine Weiterbildung anstrebten: "Du bist jo a Madl, du heiratst jo eh, du brachst ka Ausbildung", habe es da geheißen. Heute sei vieles besser, aber es gebe noch immer viel zu tun. Die Grundsätze einer geschlechtssensiblen Pädagogik müssten sich durch das gesamte Bildungsangebot ziehen, nach dem Motto "Mädchen stärken, Burschen fördern". So sollen bestehende Rollenbilder hinterfragt und überwunden werden. (APA)

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