Troja-Streit lässt Publikums-Run erwarten

13. Februar 2002, 15:11
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Korfmann-Kolb-Kontroverse könnte historischem Symposium zu ungeahntem Andrang verhelfen

Tübingen - Der Wissenschafter-Streit um die Geschichte Trojas geht an diesem Wochenende an der Universität Tübingen mit einem Symposium weiter. Es zeichne sich ein enormes Zuschauerinteresse ab, sagte am Mittwoch der Sprecher der Universität, Michael Seifert. Auf Einladung der Hochschule sprechen am Freitag und Samstag mehr als ein Dutzend Referenten aus mehreren europäischen Ländern über die historische Wahrheit der sagenumwobenen Stadt in Westanatolien.

Vorausgegangen war ein heftiger Disput zwischen dem Tübinger Archäologen Manfred Korfmann und dem Tübinger Althistoriker Frank Kolb. Kolb hatte dem seit vielen Jahren in Troja grabenden Korfmann "luftige pseudohistorische Behauptungen", eine "Irreführung der Öffentlichkeit" und "Geschichtsklitterung" vorgeworfen. Nach Ansicht Korfmanns war Troja einst bedeutende Handelsmetropole und im zweiten vorchristlichen Jahrtausend ein zentraler Ort am Schnittpunkt von Europa und Anatolien. Kolb meint dagegen, es handle sich nur um eine "drittklassige Ansiedlung" von regionaler Bedeutung. (APA/dpa)

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