Millionenfacher Monarchfalter-Tod

14. Februar 2002, 20:55
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Biologen uneins über Interpretation des Massensterbens

Mexiko-Stadt - Ein Massensterben von Monarchfaltern in deren Winterquartier in Mexiko hat neue Fragen über die tatsächliche Population dieser Schmetterlingsart aufgeworfen.

Verschätzt?

Der Zoologe Lincoln Brower schätzt die Zahl der getöteten Tiere auf 150 bis 250 Millionen. Bisher waren Experten jedoch davon ausgegangen, dass nur rund 110 Millionen Monarchfalter in Mexiko überwinterten. "Wir dürften uns um einen Faktor von fünf bis zehn verschätzt haben", räumt Brower ein.

Ursache des Massensterbens war vielleicht eine Kombination verschiedener ungünstiger Wetterbedingungen: niedrige Temperaturen, Regen und klare Nächte.

"Natürliches Klimaphänomen"

Nach Ansicht von Roberto Solis, dem Leiter des Schmetterlingsschutzprojekts der Regierung, liegt die Zahl der toten Falter aber deutlich niedriger, als Brower annimmt.

Er geht von 30 bis 35 Millionen aus - das entspräche etwa einem Viertel der Tiere, die Schätzungen zufolge im Herbst die bis zu 5.000 Kilometer lange Reise aus den USA und Kanada nach Mexiko zurückgelegt haben. Viele Schmetterlinge seien gestorben, als die Zweige, an denen sie hingen, im Sturm abbrachen, sagte Solis. "Dies ist ein natürliches Klimaphänomen, das als Teil des Gleichgewichts der Natur betrachtet werden muss." (APA/AP)

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