Drei P's sichern die Albertina-Renovierung

13. Februar 2002, 14:57
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Das geht so: Private locken "public" Partner listig in den Spenderpool

Wien - Am 17. März 2003 wird nicht nur mit einer großen Munch-Ausstellung in der neu erbauten Ausstellungshalle die Wiedereröffnung der Albertina gefeiert werden. Das Museum mit seinen Neubauten in der Rampe der Bastei wird sich auch - was lange Zeit als nicht sicher galt - mit wieder hergestellter historischer Fassade und mit nach gut 100 Jahren endlich renovierten Prunkräumen präsentieren können. Ermöglicht hat das "ppp" (private-public Partnership), eine Partnerschaft von Bund, Stadt Wien und privaten Sponsoren.

Hannes Androsch lockt zunächst die Stadt an, worauf sich der Bund "nicht hat lumpen lassen"

Ins Boot geholt wurden die Big Spender, die sich die Finanzierungslücke in Höhe von 6,99 Mio Euro (96 Millionen Schilling) zu je einem Drittel teilen, vom ehemaligen Vizekanzler und Präsidenten des Vereins der Freunde und Förderer der Albertina, Hannes Androsch. Dieser konnte zunächst die Stadt Wien dazu gewinnen, für die Albertina (und damit für ein Museum des Bundes) etwas zu tun, wonach dann die zuständige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) - wie Androsch bei einem Pressegespräch am Mittwoch in der Albertina erzählte - "sich da nicht hat lumpen lassen" und das angepeilte Bundesdrittel binnen zwei Stunden zusagte.

Stadt: Nicht ganz uneigennützige Hilfe

Gehrer freute sich, nach dem Museumsquartier ein weiteres Beispiel einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt Wien präsentieren zu können. Für Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) hatte das Engagement der Stadt auch einen politischen Grund - können damit die historischen Prunkräume des größten habsburgischen Wohnpalais in Wien doch zum ersten Mal für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Seit über 80 Jahren dienten sie für Besucher unzugänglich überwiegend als Depots und Nutzräume des Museums.

Zwölf Schmauchherde und Kabelbrandspuren

Wie sehr die Sanierung der Prunkräume (mit den schönsten Intarsienparketten der Kaiserstadt Wien) nach über 100 Jahren und nach dem ziemlich grobschlächtigen Wiederaufbau des von einer Bombe getroffenen Palais "überfällig" war, konnte Direktor Klaus Albrecht Schröder auch mit einem drastischen Beispiel belegen. Bei der Abnahme der alten Bespannungen, hinter der sich die ziemlich wild verlegten elektrischen Leitungen befanden, wurden nicht weniger als zwölf Schmauchherde und Kabelbrandspuren gefunden. Ein Dutzend Mal dürfte das Albertina-Palais an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sein. (APA)

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