Vontobel setzt auf Technologieaktien - Viel Potenzial im US-Mobilfunk

13. Februar 2002, 14:11
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Attraktiver als Europas Telekomtitel

Die Aktienexperten des Bankhaus Vontobel geben im Telekomsektor derzeit dem US-Mobilfunkbereich gegenüber den europäischen Branchenvertretern klar den Vorzug. Der europäische Markt sei weiter entwickelt und die anstehende Konsolidierung im Sektor könnte kleineren Anbietern Probleme bereiten, meinte der Fondsmanager Thomas Bobek am Mittwoch vor Journalisten in Wien.

"Attraktiv bewertet"

Bei Marktführern wie der Deutsche Telekom und France Telecom stößt sich Bobek an der Bilanz, er zählt beide zu den am meisten verschuldeten Unternehmen in Europa. Die Telekom Austria sei zwar "attraktiv bewertet", man müsse als Fondsmanager jedoch aufpassen, nicht zu viele "illiquide Werte" zu besitzen.

"Der Mobilfunk ist in den USA mit einer Marktdurchdringung von unter 50 Prozent ein Wachstumsbereich", glaubt Bobek, der AT&T Wireless zu seinen absoluten Favoriten für 2002 zählt. Somit habe der US-Mobilfunkbereich die Wachstumsphase noch vor sich, auch wenn sie schaumgebremster als in Europa verlaufen werde. Die Unternehmen hätten aus den Fehlern gelernt und würden nicht mehr "Wachstum um jeden Preis" suchen.

2001 - Ein Katastrophenjahr

Das zu erwartende Wachstum des US-Mobilfunksektors sollte laut Bobek heuer auch Impulse für den zuletzt arg gebeutelten Technologiebereich liefern. "Nicht nur für die Aktionäre war 2001 ein Katastrophenjahr, sondern auch für die Unternehmen", so Bobek. Denn in den letzten 50 Jahren sei im Vorjahr das einzige Mal negatives Umsatzwachstum in der Technologiebranche verzeichnet worden. Restrukturierungen und die zu erwartende Sektorkonsolidierung sollten jedoch das tiefe Preisniveau stimulieren und das Medium Internet sollte auf der Nachfrageseite Unterstützung liefern, so Bobek.

Generell hat der Sektor von der Bewertung für den Fondsmanager wieder ein "faires, realistisches Niveau" erreicht. Der kurzfristige Ausblick sei zwar nach wie vor schwierig, ausgesuchte Aktien erscheinen Bobek dennoch als attraktiv. Rückschläge sollten daher unter langfristigen Aspekten zum Positionsaufbau genutzt werden, denn "die Grundlagen des Technologiesektors sind immer noch intakt". Auf regionale Differenzierung könne jedoch verzichtet werden, denn Technologie sei der Sektor mit dem höchsten Globalisierungsgrad überhaupt.

Bobek managt für Vontobel Fonds Services den Technologie- und Telekom-Fonds "Global Trend Information & New Technologies". Der Fonds wird aktiv gemanagt und hält sowohl Value- als auch Wachstumstitel, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Wachstum liegt. Der Fonds hat laut Bobek seit seiner Gründung im Mai 2000 die Benchmark, eine Mischung aus dem MSCI World IT Index (70 Prozent) und dem MSCI World Telecom Index (30 Prozent), geschlagen.(APA)

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