Steirisches Frächterunternehmen angezeigt - Firma dementiert massiv

13. Februar 2002, 14:15
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Verdachts auf Fälschung von Beweismitteln

Graz - Bei der Staatsanwaltschaft Graz ist eine Anzeige gegen einen steirischen Transportbetrieb wegen des Verdachts der Fälschung von Beweismitteln eingegangen: Absender ist die Landessektion der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr (HTV).

Betroffen ist ein Transportunternehmen südlich von Graz. Von Brisanz ist, dass einer der Mitgesellschafter dieses Unternehmens der Obmann der Fachgruppe der Sparte Transport und Verkehr in der steirischen Wirtschaftskammer ist. Dieser wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Fahrer habe Beweismaterial der Gewerkschaft übermittelt

Die Sachverhaltsdarstellung ist dieser Tage bei der Staatsanwaltschaft eingelangt, bestätigte Staatsanwalt Horst Sigl. "Es gibt eine Anzeige wegen des Verdachtes eines Beweismitteldelikts in Zusammenhang mit den gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten. Wir führen derzeit gerichtliche Erhebungen beim Bezirksgericht für Strafsachen durch", so Sigl. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe ein Disponent des betroffenen Unternehmens "ein Gefälligkeitsgutachten" (so HTV-Landessekretär Walter Pferschy) ausgestellt, dass ein Fahrer nicht eingeteilt war, während er tatsächlich aber gefahren sei. Diese Bestätigung sei für allfällige Kontrollen gedacht gewesen. Der Fahrer habe die Tacho-Scheiben und anderes Beweismaterial der Gewerkschaft übermittelt, nachdem es noch während der Probezeit zu einer Kündigung gekommen sei. "Er hat den Druck nicht ausgehalten", so Pferschy. Die Gewerkschaft habe von der Angelegenheit auch die Bundeswirtschaftskammer informiert.

Frächter bestreitet Zusammenhänge

Einer der insgesamt vier Gesellschafter des betroffenen Unternehmens ist der Obmann der Sparte Transport und Verkehr sowie Obmann der Fachgruppe für das Güterbeförderungsgewerbe in der Steiermark, der Frächter Franz Glanz. Glanz dementierte im Gespräch mit der APA entschieden alle Vorwürfe. Er verwies darauf, dass der Vorfall sich bereits im Sommer vergangenen Jahres ereignet habe und die Gewerkschaft seiner Meinung nach bis jetzt gewartet habe, um die Angelegenheit nun an die Öffentlichkeit zu bringen: "Die Gewerkschaft schießt mit Kanonen auf Spatzen", sagte Glanz.

Der oberste steirische Frächter verhehlte im APA-Gespräch seinen Grimm nicht: "Die Gewerkschaft macht aus Fahrern und Unternehmern Kriminelle. Wir werden zurück schlagen", so Glanz wörtlich. (APA)

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