Globale Erwärmung macht Tage länger

13. Februar 2002, 23:50
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Erde dreht sich langsamer um die eigene Achse

Louvain - Abschmelzen von Gletschern, Ansteigen des Meeresspiegels oder verschiedenste Wetterkapriolen: Das sind nur einige der Auswirkungen, die Experten angesichts der globalen Erwärmung auf unserem Globus erwarten bzw. bereits beobachten. Mit einer eher ungewöhnlichen Prophezeiung warten nun belgische Astronomen auf: die Erwärmung wird nämlich die Tage verlängern.

Die Erde dreht sich langsamer...

Nein, damit ist nicht etwa das subjektive Empfinden gemeint, sondern tatsächlich die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde um ihre eigene Achse dreht. Diese ist nämlich nicht völlig gleichförmig, gasförmige und flüssige Anteile des Globus - Atmosphäre und Ozeane - verursachen seit jeher minimale Schwankungen.

Wissenschafter des Belgischen Royal Observatory und der Catholic University of Louvain haben Berechnungen angestellt, welche die prognostizierten und beobachteten Veränderungen durch den Anstieg des Kohlendioxid-Gehalts der Atmosphäre beinhaltet. Das Ergebnis war: Der Drehimpuls des Planeten verändert sich, die Tage werden im Bereich von Mikrosekunden (eine Mikrosekunde ist der millionste Teil einer Sekunde, Anm.) länger.

Die Astronomen prophezeien, dass die Verlängerung im 21. Jahrhundert etwa elf Mikrosekunden pro Jahrzehnt betragen werden. Damit könnte der Effekt in einigen Dekaden sogar messbar werden, derzeit können Wissenschafter die Tageslänge mit einer Genauigkeit von zehn Mikrosekunden messen.(APA)

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