Minderjährige Lehrmädchen klagten Chef wegen Grapscherei

13. Februar 2002, 13:48
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Kärntner Friseur drohen drei Jahre Haft

Klagenfurt - Wegen sexuellen Missbrauchs dreier minderjähriger Lehrmädchen am Arbeitsplatz musste sich am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ein Friseurmeister aus der Landeshauptstadt verantworten.

Der 39-Jährige bekannte sich in der Verhandlung, von der die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, nicht schuldig. Richter Alfred Pasterk vertagte schließlich, um den Akt zur weiteren Zeugeneinvernahme an den Untersuchungsrichter weiter zu leiten.

Etwa ein Jahr lang soll der Friseur Lehrmädchen bei der Arbeit in einem Salon in der Klagenfurter Innenstadt begrapscht haben. Auch anstößige Äußerungen sollen gefallen sein. Zwei Mädchen erstatteten Anzeige und kündigten ihrem Lehrherrn. Im Zeugenstand belasteten sie ihren früheren Meister erneut.

Doch dieser blieb bei seiner Sicht der Dinge: Er habe nichts getan. Vielmehr hätten die Minderjährigen auf ihn ein Auge geworfen, ihm gar in die Hosentaschen gegriffen. Die Befragung in Anwesenheit des mutmaßlichen Täters brachte eine der Zeuginnen, die angab, "seine Berührungen waren keinesfalls zufällig", zu Weinkrämpfen.

Bereits vor drei Jahren wegen ähnlicher Vorfälle vor Gericht

Weil kein Vorverfahren unter Einbindung eines Untersuchungsrichters stattgefunden hatte, wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Richter Pasterk gab schließlich bekannt: "Die Verhandlung wird vertagt. Der Akt geht zum U-Richter, damit dieser weitere, notwendige Zeugen einvernimmt." Dem Friseur drohen immerhin drei Jahre Haft. Ein Verfahren gegen den zweifachen Vater wegen ähnlicher Vorfwürfe wurde vor drei Jahren in Ermangelung von Beweisen eingestellt. (APA)

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