Israels Armee sperrt Gaza-Streifen für Journalisten und Diplomaten

13. Februar 2002, 15:10
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Berichterstattung ausländischer Medien über Zerstörungen soll unterbunden werden

Gaza - Wenige Stunden nach der Besetzung von drei palästinensischen Ortschaften hat die israelische Armee am Mittwoch ausländische Journalisten und Diplomaten am Besuch des Gaza-Streifens gehindert. Am Grenzübergang Erez wurden Dutzende von Korrespondenten zurückgewiesen, die zur Berichterstattung über die nächtlichen Angriffe der Armee in das umzäunte Palästinensergebiet fahren wollten.

Diplomaten, die von der palästinensischen Führung eingeladen worden waren, mit eigenen Augen die von israelischen Kampfflugzeugen am Montag verursachten Zerstörungen in der Stadt Gaza zu sehen, wurden nach palästinensischen Angaben ebenfalls am Betreten des Gebiets gehindert. Erst nach Protesten der ausländischen Medien wurde einer Handvoll Korrespondenten die Einreise erlaubt.

Die israelische Armee war am späten Dienstagabend mit Panzern und Infanterie in die palästinensischen Orte Dir el Balah, Beit Hanun und Beit Lahia eingedrungen. Bei einer Schießerei in Dir el Balah wurden drei palästinensische Polizisten getötet. Nach palästinensischen Angaben wurde ein 19-jähriger Palästinenser während der Aktionen in der Stadt Beit Hanun von einer Panzergranate getroffen und getötet. Am Morgen zogen sich die Truppen aus zwei der besetzten Städte zurück. Die Invasion folgte einem palästinensischen Raketenangriff und einem Angriff auf eine Armeebasis in Süd-Israel am Sonntag. Israel drohte daraufhin mit der umfassenden Wiederbesetzung autonomer Palästinensergebiete.(APA/dpa)

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