Testosteron-Mangel bei Frauen schwächt die Libido

13. Februar 2002, 14:55
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Das "Lust-Pflaster" eines US-Pharmaunternehmens soll Abhilfe verschaffen

Cincinnati - Das US-Pharmaunternehmen Procter & Gamble hat ein "Libido-Pflaster" entwickelt, dessen Wirkung noch in diesem Monat an weiblichen Testpersonen untersucht wird. Der Testosteron-Patch wird auf die Haut aufgeklebt und soll das Sexualleben von Frauen nach der Menopause wieder aufflammen lassen. Procter & Gamble sowie dem Partnerunternehmen TheraTech war die Entwicklung des Produkts einige hundert Mio. Dollar wert. Konkrete Angaben, wann das "Lust-Pflaster" auf den Markt kommt, gibt es nicht. In den USA boomt das "Libido"-Geschäft. Pillen, Cremen und Pflaster wollen der US-Bevölkerung keine Ausrede mehr lassen, kein Sexualleben zu haben.

Das Testosteron macht´s

Das Pflaster besitzt Eigröße, wird unter den Nabel geklebt und muss alle zwei Wochen ausgetauscht werden. Das Ziel einer Testosteron-Ersatz-Therapie ist es, den nach der Menopause abgesunkenen Testosteronspiegel wieder auf den physiologischen Normalwert zu bringen. Da eine Überdosierung über einen längeren Zeitraum zu Akne, Gesichtshaarwuchs und im Extremfall zu einer tieferen Stimme bei Frauen führen kann, "stehen Frauen Testosteron-Ersatz-Therapie-Produkten skeptisch gegenüber", erklärte Malcolm Whitehead, Direktor der Menopause-Klinik am Kings College Hospital in London. Daher sollten Behandlungen maßgeschneidert sein. Industrie-ExpertInnen schätzen, dass mehr als eine Mio. Frauen in den USA und Europa bei Symptomen eines Testosteron-Mangels vom Pflaster profitieren könnten. Neben einer gesteigerten Libido verleiht das Pflaster laut MedizinexpertInnen mehr Energie, verbessert die Gedächtnisleistung und wirkt auch der Osteoporose entgegen.

Bisher galt Testosteron als das männliche Sexualhormon und Östrogen als das weibliche. Beide Hormone spielen sowohl bei Männern als auch bei Frauen eine wichtige Rolle in der Gesundheit und dem Verhalten. ExpertInnen vermuten, dass für Frauen ein Gleichgewicht beider Hormone notwendig ist. Nach der Menopause sinkt der Testosteron-Spiegel um rund 30 bis 40 Prozent. MedizinerInnengruppen behaupten, Testosteron-Mangel ist das am meist übersehene medizinische Problem bei Frauen von heute. (pte)

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