autriamicrosystems steigert Forschungsausgaben

13. Februar 2002, 12:26
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Investitionen für neue Technologien im automotiven Bereich und bei UMTS-Handys

Graz - Der steirische Halbleiterhersteller austriamicrosystems wird seine Investitionen für Forschung und Entwicklung (F+E) im Geschäftsjahr 2002 um 37 Prozent steigern, wie Vorstandsvorsitzender Hans Jörg Kaltenbrunner erklärte. Damit werde mit 34,1 Mill. Euro (469 Mill. S) nahezu ein Viertel des Umsatzes in die Verbesserung der Produkte gesteckt. Klatenbrunner erklärte, man wolle anders als viele Unternehmen in einer Phase konjunktureller Abkühlung bewusst High-Tech-Produkte rascher als geplant zur Serienreife bringen.

Die Ausgaben für F+E wurden in den vergangene Jahren bei austriamicrosystems in Unterpremstätten bei Graz stetig gesteigert. Im Jahr 2000 lagen sie bei 20,9 Mill. Euro (288 Mill. S). Im Jahre 2001 betrugen die Mittel schon 24,9 Mill. Euro (343 Mill. S), wobei dies einem Anteil der F+E-Ausgaben am Umsatz von 17,2 Prozent entsprachen. Der Zuwachs beträgt im heurigen Jahr 9,2 Mill. Euro oder 37 Prozent, der Gesamtaufwand für F+E beläuft sich auf 23,6 Prozent des Umsatzes. 2,4 Mill. Euro kommen auf dem Wege der Kofinanzierung aus EU-Töpfen für die Forschung. Vorstand Kaltenbrunner: "Im Vergleich der Forschungsausgaben der heimischen Unternehmen sind wir in der Top drei."

Schwerpunkt Automobil

Einer der drei Schwerpunkte der F+E-Aktivitäten wird das Geschäftsfeld Automobil sein. Hier soll laut Kaltenbrunner "bereits in wenigen Monaten" ein neuartiger Beschleunigungssensor hergestellt werden. Im automotiven Bereich hatte der steirische Betrieb kürzlich auch eine runde Zahl zu feiern: Das 30-millionste Auto wurde Anfang Februar mit einer chipgesteuerten Wegfahrsperre "Made in Styria" ausgestattet. Zu den Kunden gehören fünf europäische Autokonzerne, darunter DaimlerChrysler.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt fließt in die Einführung einer neuen Chiptechnologie, die man in Lizenz vom taiwanesischen Weltmarktführer TSMC erworben. Diese Technologie für die Herstellung von Chips mit wesentlich schmäleren Abständen zwischen den Leiterbahnen als bisher soll Kaltenbrunner zu Folge "vollkommen neue Kundenkreise in allen Sparten erschließen."

"Handy-Wurlitzer"

Ein dritter Investionsschwerpunkt wurde im Bereich Kommunikation festgelegt. Es wird bei austriamicrosystems an der Realisierung eines so genannten "Handy-Wurlitzers" gearbeitet. Diese mobile Station zum Abspielen von MP-3-Files über ein Mobiltelefon soll in zwei Jahren marktreif sein und stützt sich dabei auf die UMTS-Technologie.

Die austriamicrosystems hatte in den vergangenen Monaten mehr als 305 Mill. Euro (4,20 Mrd. S) in den Bau einer 200 Millimeter-Wafer-Fabrik am Firmensitz in Unterpremstätten investiert. Im Jahr 2001 wurde trotz einer weltweiten Krise am Halbleitermarkt ein Umsatzplus von 20 Prozent verzeichnet. Im Geschäftsjahr 2001 verbuchte das Unternehmen mit rund 940 Mitarbeitern und 14 Niederlassungen weltweit einen Umsatz von 144,6 Mill. Euro (1,99 Mrd. S). (APA)

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