Graz: Tram gerammt - Schüler getötet

13. Februar 2002, 20:19
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Straßenbahn wurde in Fensterhöhe meterlang aufgeschlitzt

Graz - Bei der Kollision eines Lastwagens mit einer Straßenbahngarnitur in Graz wurde Mittwoch in den frühen Morgenstunden ein 15-jähriger Schüler getötet, fünf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt, unter ihnen der Lastwagen- und der Straßenbahnfahrer.

Er habe einem Personenauto ausweichen wollen, erklärte der Lkw-Chauffeur in einer ersten Einvernahme durch die Polizei; er habe sein Fahrzeug an der Ecke zur Puchgasse in die Mitte der Herrgottwiesgasse gelenkt. So sei der Wagen seitlich gegen eine Garnitur der Straßenbahnlinie fünf geprallt. Die Tramway wurde dabei in Fensterhöhe auf einer Länge von vier Metern aufgerissen, für einen darin sitzenden Schüler kam jede Hilfe zu spät, er war sofort tot. Der Lastwagenfahrer nahm die Unfallfolgen nicht sogleich wahr, schließlich musste er mit einem schweren Schock ins Landeskrankenhaus gebracht werden.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Ob der fatale Fahrbahnwechsel tatsächlich durch einen bis jetzt unbekannten Pkw verursacht wurde, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Der Straßenbahnlenker hat laut Polizei kein derartiges Auto gesehen. Auch Gerhard Plotho, der Leiter der Justizanstalt Graz-Karlau, aus der dieses Auto gekommen sein soll, kann sich ein solches Szenario nur schwer vorstellen. "Zu dieser Zeit gibt es bei uns überhaupt keinen Verkehr, dem Lkw-Lenker dürfte eher die schmale Straße zum Verhängnis geworden sein."

Die Mutter des Schülers verstarb vor zwei Jahren, die Stiefmutter und der Vater des getöteten Unfallopfers erlitten bei der Benachrichtigung einen Kreislaufzusammenbruch. (ek/DER STANDARD, Printausgabe 14.02.2002)

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