Fast vier Prozent Rückgang bei Geburten im vergangenen Jahr

13. Februar 2002, 11:59
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Kinder kommen vermehrt unehelich auf die Welt

Wien - Um fast 3.000 Geburten weniger hat es in Österreich im vergangenen Jahr gegeben. Laut den vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria beträgt der Rückgang 3,8 Prozent. Das mit 6,5 Prozent stärkste Minus verzeichnete die Steiermark. Einzig in Vorarlberg kamen um 2,3 Prozent mehr ErdenbürgerInnen zur Welt. Von den fast 75.000 Babys war jedes dritte unehelich, in Kärnten fast jedes zweite.

Die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2001 belief sich laut Statistik Austria auf 74.630. Im Vergleich zum Jahr 2000 kamen um 2.928 oder 3,8 Prozent weniger Kinder auf die Welt. Ein kleiner Anteil des Rückganges sei aber auch auf einen Schalttag zurückzuführen. Am 29. Februar 2000 waren 191 Kinder geboren worden.

Trend zu alleinerziehenden Müttern

Der Trend zu allein erziehenden Müttern und Eltern ohne Trauschein hat sich laut der Erhebung fortgesetzt. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der unehelich Geborenen um 1,4 Prozent, die Zahl der ehelichen Kinder sank um 6,1 Prozent. Bereits 32,9 Prozent der Neugeborenen sind Sprösslinge nicht getrauter Eltern. Führend bleibt das Bundesland Kärnten mit einem Anteil von 46,5 Prozent und einer Steigerung von 3,4 Prozent. Die Steiermark kam auf einen Anteil von 43,3 Prozent. Kräftig stieg die Unehelichenquote auch in Oberösterreich (2,8 Prozent), im Burgenland (2,5 Prozent) und in Vorarlberg (2,3 Prozent).

Laut Statistik Austria gab es nur in Vorarlberg eine Zunahme der Geburten. Die größten Rückgänge meldeten die Steiermark, Tirol, Oberösterreich und Salzburg.

Schwerwiegende statistische Gründe

Zwei gleich starke Gründe für diese Entwicklung sieht die Statistik. Rund die Hälfte der Geburtenabnahme sei auf das Konto der ständig sinkenden Zahl potenzieller Mütter gegangen - die Post-Babyboom-Jahrgänge machten sich bemerkbar. Die weibliche Bevölkerung im Alter von 20 bis 40 Jahren sank von 1994 bis 2000 um mehr als 60.000 auf rund 1,2 Millionen. Die andere Hälfte sei das Ergebnis der Entscheidung von Paaren, weniger Kinder zu haben. Die Fertilitätsrate lag im Jahr 2001 bei statistischen 1,31 Kindern pro Frau.

Mit durchschnittlich über 1,5 Geburten pro Frau liegt das Ländle wieder an die Spitze aller Bundesländer. Auch im Burgenland kam es zu einem leichten Fertilitätsanstieg. Mit weniger als 1,2 Geburten je Frau blieb das östlichste Bundesland aber das Schlusslicht. (APA)

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