Rewe Austria will weiter wachsen

13. Februar 2002, 17:02
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Billa-Mutter baut Marktführerschaft im Lebensmittelhandel aus - Rewe-Chef Reischl: "Wir haben viele Rechnungen mit Spar offen"

Wien - Der Marktführer im österreichischen Lebensmittelhandel, Rewe Austria (Billa, Merkur, Mondo, Bipa, Emma) will weiter wachsen. "Auf lange Sicht nehmen wir jeden verfügbaren vernünftigen Standort, den wir kriegen können", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rewe-Konzerns, Hans Reischl, am Mittwoch bei der alljährlichen Bilanzpressekonferenz in Köln. Zukäufe seien kein Thema.

Konkret sollen heuer 20 bis 30 neue Märkte in Österreich eröffnet werden. Reischl hält aber vor allem eine Vergrößerung der Billa-Märkte auf über 1.000 m2 für notwendig. "Die Läden sind auf lange Sicht zu klein", kritisiert der Rewe-Boss die starren Raumordnungsvorschriften.

"Rechnungen offen"

Der Kampf zwischen Rewe und Spar um die Vorherrschaft im österreichischen Lebensmittelhandel wird laut Reischl künftig noch härter werden: "Wir haben so viele Rechnungen mit Spar offen. Die Stimmung wird nicht besser werden".

Umsatzsteigerung

Rewe-Austria hat in Österreich - dem mit Abstand wichtigsten Auslandsmarkt des deutschen Handelsriesen - den Nettoumsatz 2001 mit 1.696 (plus 24) Standorten um 5,2 Prozent auf rund 4 Mrd. Euro gesteigert. Rewe hat die Umsätze heuer erstmals netto bekannt gegeben. Daher lassen sich die Zahlen mit dem Vorjahr nur bedingt vergleichen.

Obwohl die Rendite in Österreich "wirklich bemerkenswert" sei, "leben wir aber nicht von den Österreichern", so Reischl. Das Ergebnis werde wie schon in der Vergangenheit zur Gänze reinvestiert. "Wir haben seit der Billa-Übernahme noch nie eine müde Mark aus Österreich herausgenommen", sagte Reischl.

"Schlecht behandelt"

Dennoch werde Rewe weiterhin schlecht behandelt. Als Beweis dafür führt der Rewe-Boss die Übernahme der Maxi-Märkte durch die Spar-Gruppe an, die "problemlos durchgeht, obwohl unsere Konkurrent in Oberösterreich schon sehr stark ist", so Reischl.

"Keine Nachfolgediskussion

"Es gibt keine Nachfolgediskussion", betonte Reischl. Der Vertrag des Generalbevollmächtigten für Österreich Veit Schalle (59) laufe tatsächlich heuer mit Jahresende aus. "Wenn er weitermachen will, kann er", sagte Reischl. Die Führungsspitze des größten heimischen Handelskonzerns ist mit Schalle und Wolfgang Wimmer (59) bereits im fortgeschrittenen Alter. Ein klarer Nachfolger, vor allem für Schalle ist bis jetzt nicht in Sicht.

Integration in Italien

Noch einiges zu tun gibt es laut Reischl in Italien, wo die im Vorjahr übernommenen 119 Standa-Märkte in die Billa Italia integriert werden, an der sie rein rechtlich hängen. Insgesamt betreibt Rewe in Italien 333 Märkte, die im Vorjahr zusammen 1,4 Mrd. Euro (19,3 Mrd. S) Umsatz machen. "Das ist die wichtigste Herausforderung, sagte Reischl. Bis Ende 2003 soll die Integration und die Umstellung der Märkte abgeschlossen sein, ergebniswirksam könnten die Maßnahmen erst später werden, so Expansionsvorstand Dieter Berninghaus. Zusammen mit den Auslandsmärkten (Italien, Kroatien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Slowakei und Tschechien) setzte Rewe Austria mit 2.046 Märkten (plus 168) 5,7 Mrd. Euro um und erzielte damit ein Plus von mehr als einem Viertel. Ein Gutteil des Wachstums entfiel auf die Übernahme der Standa-Filialen. (APA)

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