AK-Kärnten: Jeder dritte Räucherfisch nicht frisch

13. Februar 2002, 10:44
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Ergebnis einer Untersuchung in Klagenfurter Supermärkten

Klagenfurt - Bei verpacktem Fisch ist offensichtlich auf die Haltbarkeitsfristen kein Verlass. "Jede dritte Ware ist schon am Tag der Ablauffrist nicht mehr in Ordnung", stellte die Arbeiterkammer Kärnten am Mittwoch nach einem Test von Räucherfisch fest. Eine Probe sei sogar gesundheitsschädlich gewesen.

Die Konsumentenberatung der AK-Kärnten hat insgesamt 22 geräucherte Fischwaren in Supermärkten in Klagenfurt (Billa, Interspar, Merkur, Zielpunkt, Mondo, Hofer, Lidl, Contra, Spar) eingekauft. Die Proben (Wildlachs, Thunfisch, Bückling, Heilbutt, Makrelen, Pfeffermakrelen, Schillerlocken, Forellenfilets, Sprotten, Partyplatte) wurden in der Lebensmitteluntersuchungsanstalt (LMU) in Klagenfurt am Tag der Ablauffrist sensorisch und mikrobiologisch untersucht.

Das laut AK wenig erfreuliche Ergebnis: Nur zehn von 22 verpackten Fischprodukten waren einwandfrei in Ordnung. Jede dritte Ware habe hingegen grobe Mängel aufgewiesen. Ein geräucherter Wildlachs sei sogar als gesundheitsschädlich eingestuft worden, weil Listerien festgestellt wurden. Listerien sind krankheitserregende Keime, die vor allem für Schwangere gefährlich sind.

Bei zwei Fischproben hat die LMU Hygienemängel nachgewiesen, vier Waren wurden als wertgemindert eingestuft. Fünf weitere Produkte wurden am Tag der Ablauffrist als "gerade noch in Ordnung" bewertet. Diese Produkte sind nach dem Lebensmittelgesetz noch nicht zu beanstanden.

"Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist für Konsumenten ein wichtiger Anhaltspunkt. Sie müssen sich auf diese Angaben verlassen können", betont die Leiterin der AK-Konsumentenberatung, Josefine Traunik. Wenn Lebensmittel schon am Tag der Ablauffrist verdorben sind, sei dies "mehr als unbefriedigend".

Daher fordert die Arbeiterkammer, dass die Haltbarkeitsfristen realistisch bemessen und entsprechend verkürzt werden. Die Lagertemperaturen und die Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf müssen eingehalten und besser kontrolliert werden. Lebensmittel müssen auch konsequent auf Antibiotika und Rückstände von Schadstoffen aus Futtermitteln kontrolliert werden.

Konsumenten wird beim Einkauf von sensiblen Lebensmitteln empfohlen, auf Folgendes achten: Keine Produkte mit einem sehr knappen Mindesthaltbarkeitsdatum kaufen; die Produkte zu Hause nicht mehr allzu lange lagern; während des Transportes und bei der Lagerung zu Hause für gute Kühlung sorgen; die ideale Lagerung daheim erfolgt bei Kühlschranktemperatur (vier Grad Celsius), Geruch und Geschmack bei Fischen müssen einwandfrei sein. Frische Ware riecht rein, nicht säuerlich, faulig, tranig oder ranzig. (APA)

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