Funkstörung bei Adcon

13. Februar 2002, 18:44
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Hohe Verluste für niederösterreichischen Telemetrieanbieter

Wien - Der Klosterneuburger Funkspezialist Adcon Telemetry hatte im Vorjahr gröbere Funkschwierigkeiten: So verbuchte die Firma mit einem Betriebsergebnis (Ebit) von minus 5,1 Mio. Euro (70,2 Mio. S) einen mehr als doppelt so hohen Verlust wie 2000 (minus 2,3 Mio. Euro). Gründe dafür: Vor allem die konjunkturelle Schwäche, zudem der 11.-September-Effekt. So seien im dritten Quartal fast keine Aufträge eingegangen und ein größerer zurückgestellt worden, sagte Vorstandschef Günther Walcher.

Der Umsatz legte im Vorjahr um rund 44 Prozent auf 16 Mio. Euro zu. Das war unter den Erwartungen der Analysten, die die Nettoverschuldung von Adcon bei drei Mio. Euro ansetzen.

Restrukturierungsprogramm

Nun will das Unternehmen sich Restrukturierungs- und Sparmaßnahmen verordnen. Die Erste: Finanzvorstand Alexander Zrost wird per 30. April gehen, und der Aufsichtsratsvorsitzende Claus Wortmann in den Vorstand wechseln. Sein bisheriger Vize im Aufsichtsrat, Alexander Pachta-Reyhofen, wird neuer Aufsichtsratschef. Wortmann begründete seinen Wechsel in den Vorstand mit seiner Erfahrung: "Wir haben nicht ein halbes Jahr Zeit, um jemand neuen in das Unternehmen einzuführen."

Er kündigte schon mal an, dass Adcon in diesem Jahr "zumindest ein positives Ebitda" (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) präsentieren wolle. Günther Artner, Analyst in der Erste Bank, rechnet heuer "wahrscheinlich mit einem negativen Ebit".

Das Unternehmen setzt weiter auf die im Vorjahr unter Druck geratene Technologiesparte und das Kerngeschäft. Unter dem Begriff Reorganisation falle eine stärkere gemeinsame Ausrichtung der Standorte, so Wortmann. Adcon ist in Österreich, den USA, Ungarn, Frankreich und Rumänien präsent. An einen Mitarbeiterabbau (derzeit 123) sei nicht gedacht. (este, DER STANDARD, Printausgabe 14.2.2002)

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