Bayern-Hypo will Springer

12. Februar 2002, 22:17
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Von Kirch-Gruppe übernehmen und "gewinnbringend verkaufen"

Die bayerische HypoVereinsbank, Mutter auch von Bank Austria/CA, will der Kirch-Gruppe ihren Anteil am Verlagskonzern Springer (Bild, Welt) abkaufen. Damit bekäme der mit rund sechs Milliarden Euro verschuldete Münchner Medienkonzern (ProSieben, Sat.1, Premiere) wieder etwas finanziellen Spielraum.

Die KirchGruppe wird über das Angebot der Münchner HypoVereinsbank dem Vernehmen nach bis Ende kommender Woche entscheiden. 1,1 Milliarden Euro, umgerechnet 15,1 Milliarden Schilling, soll das Geldinstitut für Kirchs 40 Prozent am Axel Springer Verlag geboten haben.

"Längerer Atem"

Eine Entscheidung werde in den kommenden fünf bis zehn Tagen vorliegen, hieß es in Münchner Finanzkreisen. Das Kreditinstitut strebe damit aber kein Engagement in der Medienbranche an, sondern werde "Springer gewinnbringend" verkaufen. Dies müsse nicht innerhalb der nächsten drei Wochen sein, hieß es in den Kreisen. Für den Verkauf habe die Bank "längeren Atem".

Die Kirch-Gruppe steht wie berichtet unter massivem Druck, weil millliardenschwere Bankkredite fällig werden und Springer eine Verkaufsoption ausübt für seinen Anteil an Kirchs Fernsehholding. (red, dpa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. Februar 2002)

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