"Aids-Dissident" will sich HI-Viren spritzen lassen

15. Februar 2002, 22:38
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Berkeley - David Rasnick, einer der "Aids-Dissidenten", die statt der HI-Viren die Medikamente dagegen als Ursache der Immunschwäche sehen, will seine Hypothese im Selbstversuch beweisen: Er hat eine Wette auf Leben und Tod ausgeschrieben, in der er sich öffentlich - am besten vor laufenden Kameras - mit den Viren infizieren lassen will.

Bisher fehlte nur der Wettpartner: Er soll das Kontrollexperiment ausführen und Aidsmedikamente einnehmen. Nun hat sich einer gefunden, der Computerspezialist Philip Machanik von der University of Witwarsrand in Johannesburg.

Der Ort ist kein Zufall: Im aidsgeplagten Südafrika wurde der Streit - über Millionen Menschenleben - bis in die höchsten politische Ebenen ausgefochten: Die weit überwiegende Forschermehrheit hält an HIV als Aidsursache fest, die Dissidenten sehen hingegen als Hintergrund der Krankheit körperliche Schwächung, durch Drogen im Westen, durch Unterernährung in den Armenhäusern Afrikas. Die geschwächten Körper würden dann von den Medikamenten zugrunde gerichtet.

Rasnick kennt sich mit diesen Medikamenten aus, er ent-wickelte sie mit, seit 1978 arbeitet er an Proteaseinhibitoren, die heute breit gegen HIV eingesetzt werden.

Für die Wette fehlen jetzt nur noch Geldgeber, die medizinische Überwachung würde teuer. (Science online, jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.02.2002)

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