Modernisierungsschub im Arbeitsmarktservice

12. Februar 2002, 22:10
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Streit um Rücklagen und Lehrstellen hält an

Wien - Das Arbeitsmarktservice Wien hat am Dienstag nach eineinhalbjährigen Vorarbeiten eine Strukturreform präsentiert, die die Effizienz in der Arbeitslosenvermittlung deutlich steigern soll. Neu sind regionale AMS-Stellen, wo Arbeitslose je nach Wohnort in einem Schritt ("One-Stop-Shop") Beratungs- gespräch und Arbeitslosengeld erhalten. Traditionell war das AMS starr nach Berufstypen und gewerkschaftlichen Kategorien gegliedert.

Bei der Präsentation der Reform lieferten sich VP-Arbeitsminister Martin Bartenstein und AK-Präsident-Herbert Tumpel einen Schlagabtausch über die Verwendung von AMS-Rücklagen sowie die "richtigen" Lehrlingsziffern. Die vorhandene Rücklage von 109 Mio. Euro (1,5 Mrd. S) solle zur Bekämpfung der "dramatisch" gestiegenen Arbeitslosigkeit eingesetzt werden, forderte Tumpel. Bartenstein sieht dafür keinen Anlass, die AMS-Programme seien ausfinanziert.

Auch die Lehrlingsproblematik sieht Bartenstein gelöst. Bis zu 2000 Ausbildungsplätze könnten in außerbetrieblichen Einrichtungen finanziert werden. Tumpel sagte, zu den offiziellen Ziffern an Lehrstellensuchenden müssten noch jene Jugendliche gezählt werden, die kurzfristige AMS-Kurse durchlaufen oder arbeitslos sind. Allein für Wien bedeute dies, dass nicht 431 Jugendliche keine Lehrstelle fänden, sondern 1340. Offene Lehrstellen gebe es in Wien aber lediglich 166. (miba, Der Standard, Printausgabe, 13.02.02)

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