"Fall Pearl" vor Durchbruch?

15. Februar 2002, 14:15
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Pakistans Innenminister zweifelt am Tod des entführten US-Journalisten

Islamabad - Der Fall des entführten US-Journalisten Daniel Pearl steht nach den Worten des pakistanischen Innenministers vor einem "entscheidenden Durchbruch". Moinuddin Haider kündigte am Freitag weitere Festnahmen innerhalb von 24 bis 48 Stunden an. Die Polizei habe ihm mitgeteilt, dass es neue Spuren gebe, sagte Haider.

Der Minister äußerte zugleich Zweifel an der Darstellung des Hauptverdächtigen Scheich Ahmad Omar Saeed, der am Donnerstag vor Gericht erklärt hatte, Pearl sei nicht mehr am Leben. Haider erklärte, einen Tag zuvor habe Saeed der Polizei gesagt, der Journalist sei noch am Leben. Es gebe keine Beweise für den Tod Pearls, sagte Haider zu Journalisten in Lahore. Solange diese nicht vorlägen, gehe man davon aus, dass er noch lebe.

Weitere Verdächtige festgenommen

Saeed hatte am Donnerstag vor Gericht die Entführung Pearls gestanden. Einzelheiten über die Umstände und den Zeitpunkt des angeblichen Todes des 38-jährigen Journalisten nannte er nicht. Im Zusammenhang mit der Entführung wurden neben Saeed weitere Verdächtige festgenommen. Auch in der Nacht zum Freitag wurden nach Angaben der Behörden wieder mehrere Personen inhaftiert und verhört.

Pearl war am 23. Januar auf dem Weg zu einem Treffen mit einem islamischen Extremisten verschwunden. Es wird vermutet, er habe Verbindungen des so genannten Schuh-Bombers Richard Reid zu pakistanischen Fundamentalisten untersucht. Reid hatte im Dezember versucht, auf einem Flug von Paris nach Miami in seinem Schuh versteckten Sprengstoff zu zünden. (APA/AP)

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