ÖIAG: Kein Kurswechsel bei Privatisierungsstrategie

12. Februar 2002, 17:06
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Michaelis: Kein Privatisierungsauftrag für voestalpine, sondern Beteiligungsmanagement -

Wien - Zeitungsberichten, dass es bei der ÖIAG einen Kurswechsel bei der Privatisierungsstrategie gebe, trat ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis heute Dienstag entgegen. Die ÖIAG habe vom Gesetzgeber zwei Aufträge erhalten, einen Privatisierungsauftrag und einen für das Beteiligungsmanagement. Für die Voest Alpine AG liege kein Privatisierungsauftrag vor, daher falle das Unternehmen unter die Beteiligungsverwaltung. Dabei gehe es darum, "werterhaltend und wertmaximierend für den Eigentümer tätig zu sein", so Michaelis auf APA-Anfrage.

Seitens Voest Alpine habe die ÖIAG als Eigentümerholding noch keinen offiziellen Antrag auf eine Kapitalerhöhung erhalten. (In heutigen Zeitungsberichten ist zu lesen, dass die ÖIAG jetzt wieder "offen" sei für neue Beteiligungen, bzw. bei Kapitalerhöhungen ihrer Beteiligungsgesellschaften mitzuziehen. Als aktuelles Beispiel wird die Voest Alpine angeführt, wo die ÖIAG "bei der geplanten Kapitalerhöhung im Gegensatz zu ihrer bisherigen Strategie voll mitziehen will", schreiben die "Salzburger Nachrichten". Der "Kurier" mutmaßt, "das würde das Gegenteil dessen sein, was über die ÖIAG im Regierungsübereinkommen steht").

Kapitalerhöhung bei Voest Alpine

Der Antrag auf eine Kapitalerhöhung bei Voest Alpine steht für die heurige Hauptversammlung im Raum, da das Unternehmen - vorbehaltlich einer Genehmigung durch den Aufsichtsrat - rund eine Mrd. Euro mittelfristig in den automotiven Kapazitätsausbau am Standort Linz investieren will. Die ÖIAG hält bei Voest Alpine einen Anteil von 37,8 Prozent.

Dementiert wird von Michaelis, dass die ÖIAG mit dem Investor Gerhard Andlinger wegen eines Einstiegs bei der VA Tech AG verhandle. Andlinger hatte bereits im November Verhandlungen mit dem VA Tech-Vorstand wegen einer knapp 20-prozentigen Beteiligung geführt, die aber abgebrochen wurden. "Wir haben damals ein Hauptversammlungs-reifes Konzept erstellt, das wir jederzeit wieder herausholen können", sagte VA Tech-Chef Erich Becker Montagabend. Derzeit gebe es aber keine Verhandlungen des VA Tech-Vorstandes mit Andlinger. (APA)

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