Konvention gegen Kindersoldaten tritt in Kraft

12. Februar 2002, 14:19
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UNO-Protokoll legt Altersgrenze von 18 Jahren fest

Genf - Mehr als 300.000 Kindersoldaten sollen künftig aus Kriegen und bewaffneten Konflikten herausgehalten werden. Das sieht ein Zusatzprotokoll der UNO-Kinderrechtskonvention vor, das am Dienstag in Kraft trat. Danach ist Regierungen wie Rebellenorganisationen die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren im Kriegsdienst untersagt.

UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson begrüßte in Genf das Inkrafttreten des Protokolls. Es gebe nun keine Ausreden mehr dafür, dass Kinder für die Kriege Erwachsener bewaffnet würden. Die Generalversammlung hatte im Mai 2000 das Zusatzprotokoll verabschiedet. Bisher wurde es von 94 Staaten unterzeichnet. Es trat aber erst in Kraft, nachdem es von mehr als zehn Staaten auch ratifiziert worden war.

Nach Angaben der "Koalition zum Stopp von Kindersoldaten" dienen eine halbe Million Kinder in 85 Staaten in Regierungsarmeen oder Rebellengruppen. Davon sind in 35 Ländern rund 300.000 Kinder direkt an bewaffneten Kämpfen beteiligt. Zu den Staaten mit Kindersoldaten gehören unter anderem Afghanistan, Angola, Kolumbien, Liberia, Sierra Leone und Sudan. Kinder werden rekrutiert, weil sie billig, gehorsam und leicht zu manipulieren seien. Vielfach würden sie auch sexuell missbraucht.(APA/dpa)

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