Post-Belegschaft wehrt sich gegen Vorstandspläne

12. Februar 2002, 14:10
posten

Postvorstand zeit kein Verständnis

Wien - Die Belegschaftsvertretung der Österreichischen Post AG will die organisatorische Aufteilung des Unternehmens in fünf Teilbereiche nun mit rechtlichen Mitteln verhindern. Der Zentralausschuss hat am Dienstag in einer Sitzung einstimmig beschlossen, beim Vorstand gemäß Paragraf 111 des Arbeitsverfassungsgesetzes "Einspruch gegen die Wirtschaftsführung" zu erheben. In den vergangenen Jahren habe es in Österreich nur einen einzigen derartigen Einspruch gegen den Vorstand gegeben, und zwar bei der Schließung des Werkes Traiskirchen der Semperit Reifen GmbH durch die deutsche Continental.

Nach dem heutigen Beschluss müssten Vorstand und Betriebsrat binnen einer Woche ab Erhebung des Einspruchs eine Einigung erzielen. Ansonsten kann und will die Gewerkschaft eine Schlichtungskommission im Verkehrsministerium einschalten, hieß es aus dem Betriebsrat zur APA.

Die Gewerkschaft kritisiert, dass diese Spartenorganisation das Unternehmen jährlich 250 Mill. Euro - umgerechnet fast 3,5 Mrd. S - kostet. Dadurch würden die Arbeitsplätze von "tausenden Mitarbeitern in allen Bereichen der Post" gefährdet. Der gesamtwirtschatfliche Schaden sei "noch gar nicht abschätzbar", meint die Gewerkschaft.

Vorstand beharrt auf Reorganisationsplänen

Im Vorstand der Österreichischen Post AG herrschte am Dienstag "Verständnislosigkeit" über den geplanten Einspruch der Belegschaftsvertretung "gegen die Wirtschaftsführung" des Unternehmens. Das Instrumentarium sei "skurril" und führe die Post zurück in die "Kameralistik". Die Post werde sich aber nicht daran hindern lassen, ihre Reorganisationspläne umzusetzen. Verzögerungen schadeten lediglich dem Unternehmen, sagte Post-Sprecher Michael Homola am Dienstag zur APA.

Die Post sei seit 1996 eine Aktiengesellschaft. In einer Aktiengesellschaft gebe es eine klare Verantwortung, was die Unternehmensführung betrifft. "Diese Verantwortung trägt das Management", stellte Homola fest. Die Einschaltung einer Schlichtungskommission im Verkehrsministerium würde seiner Ansicht nach zu einer "Repolitisierung der Post" führen. Der Vorstand werde sich von der geplanten Geschäftsfeldorganisation "auf keinen Fall abbringen lassen". (APA)

Share if you care.