Russische Geschäftsleute wollen Fernsehsender TW-6 retten

12. Februar 2002, 13:28
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Ex-Privatisierungsminister Tschubais führt Investorengruppe an

Zur Rettung der Mitarbeiter des aufgelösten privaten Fernsehsender TW-6 wollen russische Geschäftsleute beachtliche Investitionsmittel zur Verfügung stellen. Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden des russischen Stromkonzerns EES Rossii, Anatoli Tschubais, wurde vor kurzem eine Gruppe von Geschäftsleuten gebildet, zu der auch er gehört.

Privates Geld soll zum Einsatz kommen

Er betonte, dass sein Konzern mit der geplanten Investition nichts zu tun habe. Er werde sein privates Geld einsetzen. Dabei sehe er keine juristischen oder ethischen Verstöße. Die erforderliche Investitionssumme schätzte Tschubais auf zehn bis 50 Millionen Dollar (11,4 bis 56,8 Millionen Euro). Zu der Zahl der Mitglieder der Gruppe machte er zunächst keine Angaben, sondern sagte nur, sie werde "maximal hoch" sein. Gegenwärtig werde mit dem TW-6-Team, darunter dessen Chef Jewgeni Kisseljow, verhandelt. Der Sender wurde im Jänner aufgelöst.

Das russische Presseministerium plant für 27. März eine Ausschreibung zur Vergabe der TW-6 aberkannten Sendelizenz. "Bis dahin werden wir alle Details unseres Planes der Öffentlichkeit präsentieren", sagte Tschubais. In den vergangenen Monaten hatten in Russland die Schließungen von zwei unabhängigen Fernsehsendern für Aufsehen gesorgt. (APA)

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