"Frustrierte Schlampen" und "ideale" Kinderprostitution

19. Februar 2002, 19:56
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Einwände gegen die sexistischen und rassistischen Entgleisungen des Autors Michel Houellebecqs

Die Organisationen Frauensolidarität, missio austria - Aktion Schutzengel und respect - Zentrum für Tourismus und Entwicklung, die gegen Rassismen und Sexismen jeglicher Art auftreten, sehen sich gezwungen, "die unerträglichen Verharmlosungen von Prostitution und sexueller Ausbeutung von Minderjährigen durch den französischen Autor Michel Houellebecq auf das Schärfste" zu verurteilen:

Freiheit der Kunst hat Grenzen

"Die berechtigte Freiheit der Kunst hat dort ihre Grenzen wo ein/e AutorIn ein inzwischen in nahezu allen Ländern der Welt als kriminell eingestuftes Delikt, eben die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen als "ideales Tauschgeschäft" zwischen "reichen Westlern und armen Dritt-Welt-Bewohnern" zu legitimieren versucht.

Sexuelle Ausbeutung ist strafbar

Nach Schätzungen der UNICEF werden weltweit jedes Jahr ca. zwei Millionen Mädchen und Buben unter 18 Jahren in Aktivitäten der Sexindustrie, sei es Pornografie, Prostitution oder Kinderhandel gezwungen. Seit mehr als zehn Jahren läuft eine weltweite Kampagne zur Aufklärung über das Leid und die nachhaltigen Schäden, welche Kinder durch kommerzielle sexuelle Ausbeutung erleiden müssen. Basierend auf der UN-Konvention über die Rechte des Kindes aus 1989 haben inzwischen alle Industriestaaten sowie auch zahlreiche sogenannte "Dritte Welt Staaten" bzw. Schwellenländer strenge Gesetze zur Eindämmung der sexuellen Ausbeutung von Kindern erlassen. In zahlreichen Ländern, auch in Österreich, gelten inzwischen "Exterritorialgesetze", denen zufolge sexueller Missbrauch von Minderjährigen im Ausland auch im Heimatland strafrechtlich verfolgt wird.

Kinderprostitution ist kein Kavaliersdelikt

Entgegen den jeglicher realer und menschlicher Grundlage widerstrebenden Huldigungen von sexuellem Missbrauch von Kindern durch einen "Kultautor" ist Prostitution für diese Kinder und Jugendlichen in armen Ländern kein nettes Freizeitvergnügen, um schnelles Geld zu machen. Ein Großteil dieser Kinder stammt aus Familien, wo bitterste Armut und Gewalt (auch sexuelle) zum Alltagsleben gehörte. Viele der Opfer leben auf der Straße und töten ihre seelischen Qualen mit Drogen ab.

Sexuelle Ausbeutung von Kindern ist kein Kavaliersdelikt. Es ist ein Verbrechen, das Kinderseelen zerstört und das als solches weltweit strafrechtlich verankert ist. Zahlreiche Initiativen und Kampagnen, wie etwa die "Schutzengelkampagne" von Missio oder das EU-Projekt "Verhaltenskodex der Tourismusindustrie zum Schutz der Kinder" mit respect als österreichischem Partner, unterstützen Rehabilitationsprojekte vor Ort bzw. erarbeiten gemeinsam mit der Tourismuswirtschaft an Strategien und Maßnahmen zur Eindämmung dieser Verbrechen an Kindern.

Rassismus

Houellebecqs verächtlicher Sexismus findet ganz klar ein Echo in seiner rassistischen Einstellung gegenüber dem Islam, einer Religion und Kultur, die er als "negative Kraft" bezeichnet. Seine Unwissenheit zeigt sich auch in seiner offenbaren Gleichsetzung von Islam und dem politisch gewalttätigen Islamismus. Denn wie sonst sollten folgende Worte - "Ich weiß, dass man einem Araber misstrauen muß, sobald er ein bisschen moslemisch wird." - verstanden werden.

"Frustrierte Schlampen"

Der Autor selbst ist seinen eigenen Aussagen im profil-Interview zufolge zu keiner Unrechtseinsicht bereit. Wenn Houellebecq als "Intellektueller" den Islam in Zeiten wie diesen als klassisches Feindbild bedient und verschleierte moslemische Frauen als "dicke, frustrierte Schlampen" bezeichnet sowie Missbrauch von Kindern legitimiert, bleibt zu hoffen, dass das bisherige Publikum seine Konsequenzen daraus zieht und Michel Houellebecqs wegen seiner diskriminierenden Aussagen ihre Unterstützung und Wertschätzung entziehen." (red)

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