Infineon spricht mit Hynix angeblich über breitere Kooperation

12. Februar 2002, 11:51
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Kooperation bei Kommunikations-Halbleitern möglich

Der Halbleiter-Hersteller Infineon Technologies spricht nach Angaben aus Branchenkreisen mit dem südkoreanischen Konkurrenten Hynix Semiconductors über eine breiter angelegte Kooperation, die mehrere Geschäftsfelder umfasst.

Tiefergehende Zusammenarbeit

In den Gesprächen mit Hynix spiele neben einer Zusammenarbeit bei Speicherchips auch eine mögliche Kooperation bei Kommunikations-Halbleitern eine Rolle, hieß es am Dienstag in den Kreisen. Die Gespräche seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, so dass das Ergebnis völlig offen sei. Bisher galt Infineon als nur an dem Speicherchipgeschäft von Hynix interessiert. Eine Sprecherin des Münchener Konzerns sagte nur, die Gespräche mit Hynix liefen weiter. Details über den Inhalt der Verhandlungen wollte sie nicht nennen.

Verkaufspläne

Der hoch verschuldete Hynix-Konzern verhandelt schon seit Wochen auch mit dem US-Konzern Micron über einen Verkauf der Speicherchipsparte. Die Gespräche waren zuletzt aber wegen Preisdifferenzen ins Stocken geraten. Hynix erwirtschaftet rund Zweidrittel seines Umsatzes mit Speicherchips, die vor allem in Personal Computern zur Datenspeicherung eingesetzt werden. Ein Drittel der Einnahmen kommt aus dem Geschäft mit so genannten Logik-Chips, die Informationen auch weiterleiten können. Bei Infineon ist das Verhältnis genau umgekehrt, während Micron nur im Speicherchipgeschäft tätig ist.

Gebrochene Grundsätze

Nach einem Bericht des "Handelsblatt" ist Infineon inzwischen von der strikten Vorgabe abgekommen, dass eine Zusammenarbeit mit einem anderen Chiphersteller kein Geld kosten dürfe. Neben der Bezahlung mit eigenen Aktien könnten die Münchener ein Angebot mit Hynix auch durch eine Barkomponente ergänzen. Branchenkreise wollten das nicht bestätigen. Infineon-Chef hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass eine Allianz im defizitären Speicherchipgeschäft die Liquiditätslage des Unternehmens nicht verschlechtern dürfe. Im Jänner hatte Infineon allerdings eine Wandelanleihe platziert und damit rund eine Milliarde Euro erlöst. (APA/Reuters)

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