Häupl: "Sauhaufen" Wien-Mitte muss weg

19. Februar 2002, 22:52
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Sorge, dass das Hochhausprojekt zu Fall gebracht wird

Wien - "Ich will dieses Projekt und dass dieses Portal nach Wien entsprechend attraktiviert wird - was ich ganz sicher nicht will, ist, dass dieser Sauhaufen weiter besteht", erklärte Bürgermeister Michael Häupl (SP) Dienstagmittag zu den geplanten Überbauung des Bahnhofes Wien-Mitte.

Häupls Hauptsorge ist derzeit, dass das Vorhaben angesichts der derzeitigen Hochhausdiskussion von den Investoren nicht realisiert wird: "Man wird schon drüber reden können. Aber nur wenn es gelingt, die Grundstückspreise zu reduzieren, kann über die Höhe der geplanten Bauten diskutiert werden. Wenn man nur runter drückt, wird das alles nur immer klobiger und verschwindet irgendwann einmal ganz, weil es sich nicht mehr rechnet. Im Moment sehe ich ganz konkret die Gefahr, dass dieses Projekt zu Fall gebracht werden könnte."

Auch die FP-Kritik, dass das Projekt den neuen Weltkulturerbe-Status der Wiener Innenstadt gefährde, weist Häupl zurück. "Das was heute dort steht, ist eine Räuberhöhle und auch nicht mit dem Kulturerbe kompatibel." Zur Erinnerung: Die Unesco hatte bei der Aufnahme der Innenstadt in die Weltkulturerbe-Liste angeregt, noch einmal über die Höhenentwicklung beim Wien-Mitte-Projekt zu diskutieren (DER STANDARD berichtete).

Häupl: "Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Wiener Innenstadt vor längerer Zeit einmal nicht in die Kulturerbeliste aufgenommen wurde - wegen des geplanten Leseturms im Museumsquartier. Nur ist das Wien-Mitte-Projekt jetzt außerhalb der Schutzzone. Das ist der kleine Unterschied. Aber da gibt es eben Leute, die wollen das einfach nicht. Denen könnten wir die Alhambra hinstellen und die wären auch dagegen."

Sollte das geplante Investment doch verhindert werden, "dann müssten diejenigen, die jetzt dagegen wettern, rechtfertigen, warum dieser Ratzenstadel nicht saniert wird", betonte Häupl. "Ich will jedenfalls, dass der Bahnhof Wien Mitte in Ordnung gebracht wird und ein vernünftiges, repräsentatives Tor nach Wien entsteht."

Europa-Architektur

Wie sich Wien derzeit architektonisch in Europa präsentiert, soll bald in der Donaucity zu sehen sein. Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) berichtete am Dienstag, dass die Ausstellung "Europäische Panoramen", die vor einem Jahr vom Pavillion de l'Arsenal in Paris zusammengestellt wurde, ab 11. März im Techgate gastieren wird. Inhalt dieser Schau ist die europäische Stadtentwicklung anhand der 15 EU-Hauptstädte - vom Anfang bis zur Gegenwart. Unter den jüngsten Projekten, die laut Schicker den Ausstellungsmachern aufgefallen sind: "Die Gasometer-Revitalisierung, das Projekt Gürtel Plus, der städtische Wohnungsneubau und die Schulneubauten im Zuge der stürmischen Stadterweiterung Anfang der 90-er Jahre." (frei)

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