Simon-Wiesenthal-Zentrum: Film über Hitlers Sekretärin löste Bedrückung aus

12. Februar 2002, 16:30
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"Ihre Geschichte spiegelt die blinde Loyalität wider, die viel zu viele Deutsche zeigten."

Jerusalem - Der Film "Im toten Winkel", in dem die frühere Sekretärin von Adolf Hitler über ihre Zeit mit dem Diktator erzählt, hat beim Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem Bedrückung ausgelöst. Die Leichtgläubigkeit der Sekretärin Traudl Junge sei symptomatisch für die damalige Haltung in Deutschland, erklärte Büroleiter Efraim Suroff Montag Abend. Der Film des Wieners Andre Heller unter Regie von Othmar Schmiderer war am Sonntag auf der Berlinale vorgestellt worden.

"Das Wichtige ist nicht, ob sie wusste, was passierte", sagte Suroff nach der Filmpremiere. "Ihre Geschichte spiegelt die blinde Loyalität wider, die viel zu viele Deutsche zeigten." Junge war von 1942 bis 1945 Sekretärin Hitlers. Aus mehrstündigen Gesprächen mit der mittlerweile 81-Jährigen entstand der Dokumentarfilm. (APA/AP)

STANDARD- Rezension
"Im toten Winkel"
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