ATV plant Daily Soap

12. Februar 2002, 11:01
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Sendestart im September geplant - Verhandlungen über Sendermieten mit ORF

Anfang September 2002 will Tillmann Fuchs mit seinem Privatsender ATV den österreichweiten, terrestrischen Sendebetrieb aufnehmen, bekräftigte er bei einer Veranstaltung am Montagabend im "Zigarrenclub". Zuvor müssen allerdings die Verhandlungen mit dem ORF über die Anmiete der Senderanlagen zu einem Abschluss gebracht werden, womit Fuchs "in vier bis sechs Wochen" rechnet. Details über neue Programmelemente auf ATV wollte er nicht ausführen, kündigte jedoch eine Daily Soap in Koproduktion mit einem "Unternehmen im deutschsprachigen Raum" an.

"Erste wirklich freche junge Eigenproduktion"

Mit wem man für die tägliche Seifenoper, laut Fuchs "die erste wirklich freche junge Eigenproduktion in Österreich", zusammenarbeiten werde, wollte er nicht preisgeben. Die Kosten bezifferte er mit ungefährt 8,72 Mill. Euro bis 10,90 Mill. Euro (120 bis 150 Millionen Schilling). "Deutsche kleinere Sender" hätten derzeit das Problem, dass die Geldmittel für Fiction-Produktionen knapper würden, meinte er nur. ATV-Hauptgesellschafter Herbert Kloiber ist auch am deutschen Privatsender RTL II beteiligt.

Im Sportbereich, neben der regionalen Programminhalte ein geplanter Schwerpunkt des "neuen" ATV, werde man auf jene Sparten setzen, "wo noch Rechte frei sind": etwa Snowboard, Beach Volleyball oder Motorrad-Rennen.

"Harter Verhandlungsgegner"

Bei den Verhandlungen über die Sendermieten erweise sich der ORF als "harter Verhandlungsgegner", es gebe jedoch ein "gutes Gesprächsklima", so Fuchs. Derzeit aber "liegen wir noch ziemlich weit auseinander": nämlich zwischen Vorstellungen von 1,017 Mill. Euro (14 Millionen Schilling) auf ATV-Seite und 2,18 Mill. Euro bis 2,54 Mill. Euro (30 Millionen Schilling bis 35 Mill. S) beim ORF.

Den Starttermin für ATV via Hausantenne will man "spät genug" legen, um so viele Kosten wie möglich zu sparen, gleichzeitig aber rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft". Den Break-even peilt Fuchs für das Ende des 4. Sendejahres an, bekräftigte er, bis dahin rechne man mit "Anlaufverlusten" in der Höhe von 58,1 Mill. Euro (800 Mill. S). Bis zu diesem Zeitpunkt will man in der jungen Zielgruppe (12-29) einen Marktanteil von "zwölf bis 13, 14 Prozent" erreicht haben.

Synergiepotenziale

Entscheidend für Fuchs ist auch die Frage, wer die regionale Privat-TV-Lizenz in Wien erhält: Denn hier gebe es erhebliche Synergiepotenziale. Gespräche mit Lizenzwerbern in der Bundeshauptstadt, etwa mit n-tv-Chef Helmut Brandstätter, habe es bereits gegeben. (APA)

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