Biotech Sektor mit Problemen

12. Februar 2002, 10:35
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Bewertungen aber wieder günstig. Prognosen der Top Biotech Fondsmanager.

Die aktuell schwache Marktsituation hat zu mittlerweile wieder günstigen Bewertungen im Biotechsektor geführt, die von e-fundresearch befragten Top-Manager üben sich aber noch in „positiver“ Zurückhaltung.

Die allgemeine Marktlage ist derzeit als angespannt zu charakterisieren. Negative Ereignisse innerhalb (Zulassungsverweigerung des Medikamentes Erbitux von ImClone i.V.m. eventuellen Insidergeschäften der Vorstände, Unterbrechung der klinischen Test von AN-1792 bei Elan ) und außerhalb des Sektors (Bilanzierungsproblematik bei Enron, Tyco), das allgemeine Marktsentiment sowie die negative Charttechnik haben die Notierungen der Werte nach unten gezogen. Ebenso belastet nach wie vor die „Kopflosigkeit“ der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA die Märkte. Positive Unternehmenszahlen und somit positive Fundamentaldaten spielen derzeit eine eher untergeordnete Rolle.

Die befragten Fondsmanager und Berater geben ihre Einschätzung hinsichtlich Produktpipeline, Finanzierungslage der Unternehmen, Bewertung des Marktes und sowie weitere Aussichten wieder.

Die Aussichten der Top Biotech Fondsmanager

So sehen die Berater von medical Strategy in München eine sehr gut gefüllte Produktpipeline besonders bei Unternehmen im mittleren Kapitalisierungsbereich und erwarten 200-250 Neuzulassungen in den nächsten 2-3 Jahren. Finanzierungsprobleme werden trotz geringerer Zuflüsse als in 2000 (aber immer noch weitaus mehr als Ende der 90´er Jahre) nicht gesehen.

Bei Adamant in Basel sieht man den Biotechsektor als attraktiv bewertet gegenüber dem Pharmasektor an, da die erwarteten Umschichtungen aus dem Technologiebereich noch nicht stattgefunden haben. Übernahmen werden das zentrale Thema in 2002 sein. Bezüglich der Bilanzierungsproblematik könnten auch Gefahren in diesem Sektor auftreten, Finanzierungsschwierigkeiten können nach Meinung der Experten bei jüngeren Unternehmen mit wenig aussichtsreichen Produkten auftreten.

Nicolas Huber von Zürich Invest sieht den Markt derzeit als extrem niedrig bewertet an, erwartet aber aufgrund der derzeit fehlenden Rationalität am Markt kurzfristig keine starken Kurssteigerungen. Eventuellen Finanzierungsbedarf bei „guten“ Unternehmen sieht er als unproblematisch an, da aufgrund der Pipeline der entsprechende Gegenpart vorhanden ist.

M. Sjöström von Sektoral Asset Management ist kurzfristig aufgrund der oben beschriebenen Situ-ation ähnlich eingestellt. Mittelfristig sieht auch er das größte Potential in den Midcaps, da die „Großen“ der Branche bei den M&A Aktivitäten des Dezembers teilweise sehr ambitionierte Preise bezahlt hätten, die gerechtfertigt werden müssen. Des weiteren waren gerade in diesem Bereich die Ergebnisse sehr positiv und er erwartet gute Neuigkeiten von den anstehenden medizinischen Kongressen.

(e-fundresearch.com)

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