USA kritisieren israelische Angriffe

11. Februar 2002, 23:14
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Militärgericht verurteilt Palästinenser zu 26mal lebenslänglich

Washington/Jerusalem - Das US-Außenministerium hat die jüngsten Angriffe Israels auf Einrichtungen der palästinensischen Autonomiebehörde kritisiert. "Obwohl wir Verständnis dafür haben, dass Israel sich selbst verteidigen muss, sind wir äußerst beunruhigt über die israelischen Angriffe, besonders in Gebieten mit hoher Wohnbevölkerung", sagte der Sprecher desMinisteriums, Richard Boucher, am Montag in Washington.

"Angriffe wie diese sind konterproduktiv, wenn es darum geht, die Gewalt zu verringern und Ruhe herzustellen. Beiden Seiten müssen sich auf die Notwendigkeit umfassender, anhaltender Zusammenarbeit in Fragen der Sicherheit konzentrieren." Gleichzeitig kritisierte Boucher den erstmaligen Abschuss palästinensischer Kassam-Raketen am Wochenende und stimmte der israelischen Einschätzung zu, dass dies eine Eskalation der Gewalt bedeute.

"Positiver" Brief von Arafat an Colin

Boucher berichtete auch von einem neuen, "positiven" Brief von Palästinenserpräsident Yasser Arafat an US-Außenminister Colin Powell. Darin versichere Arafat, alle Verantwortlichen für die "Karine A-Affäre" um den Waffenschmuggel mit einem Schiff zur Verantwortung zu ziehen, sagte Boucher. Worte allein reichten jedoch nicht. "Den Worten müssen Taten folgen, und wir erwarten von Arafat und der Palästinenserbehörde jetzt resolutes Durchgreifen"

Ein israelisches Militärgericht verurteilte unterdessen einen Palästinenser wegen der Vorbereitung und Planung von Selbstmordanschlägen in Jerusalem zu einer Haftstrafe von 26mal lebenslänglich. Der 31-jährige Muaid Said wurde für jeden der 21 getöteten Israelis sowie der fünf ums Leben gekommenen palästinensischen Attentäter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er gehörte der radikalen Hamas-Bewegung an. In der Erklärung des Gerichts wurden sowohl die Israelis als auch die Attentäter als Opfer Saids aufgeführt. (APA)

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