Skispringen - Großschanze

21. Februar 2002, 20:34
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Zweites Gold für Ammann - Silber für Malysz vor Hautamäki - Routinier Horngacher als bester Österreicher guter Fünfter - Hannawald rodelt

Park City - Simon Ammann kürte sich am Mittwoch im Utah Olympic Park sensationell zum Skisprung-Doppelolympiasieger. Der 20-jährige Schweizer, der mit Sven Hannawald ex aequo nach dem ersten Durchgang geführt hatte, landete auf der Großschanze bei 132,5 und 133 Metern und gewann damit als zweiter Athlet nach Matti Nykänen 1988 beide Skisprung-Einzelkonkurrenzen. Sein größter Konkurrent Hannawald scheiterte an der Vorgabe, die ihm Ammann gegeben hatte und griff nach der Landung in den Schnee. Der Deutsche fiel auf den undankbaren vierten Platz zurück. Der Finne Matti Hautmäki profitierte davon und holte Bronze.

Schönster Sprung der Karriere

"Das war der schönste Sprung meiner Karriere. Es ist ein Wahnsinn, jetzt bin ich innerhalb von wenigen Tagen zwei Mal Olympiasieger geworden", freute sich der kleine Ammann noch im Auslauf. Für Sven Hannawald bewahrheitete sich, dass man mit jeder Medaille zufrieden sein muss. Denn der Druck, hier doch noch Einzelgold zu holen, war offenbar zu groß. Wie des öfteren patzte Hannawald bei der Landung etwas, diesmal verlor er aber das Gleichgewicht. Sein Sprung wurde als Sturz gewertet.

Horngacher überraschte mit Rang fünf

Für die Österreicher, die nach den eher schlechten Trainingsleistungen ohne Medaillenhoffnungen angetreten waren, sorgte wie schon auf der Normalschanze "Team-Oldie" Stefan Horngacher. Der 32-jährige Wörgler erreichte Rang fünf, während sein Zimmerkollege und Freund Andreas Widhölzl enttäuschte, und nur auf dem 21. Rang landete. "Mit einem fünften Platz habe ich eigentlich gar nicht gerechnet, ich bin total zufrieden damit. Ein fünfter Platz bei einer Olympiade ist ja nichts Schlechtes", sagte Horngacher.

Debütant Koch mit Top-Ten Plazierung

Auch für Martin Koch (achter Rang) und Martin Höllwarth (14.) lief es auch im Hinblick auf den Teambewerb am Montag nicht so übel. Widhölzl hingegen muss weiter über seinen plötzlichem Formverfall rätseln. "Ich versteh's auch nicht, wie man innerhalb von einer Woche mit guter Form auf ein Mal so einen Müll zusammenspringen kann." Das Problem liegt für Swider "nur am Tisch. In der Luft habe ich kein Problem."

Teambewerb als letzte Chance

Während die Schweizer über das zweite Gold jubeln, müssen die Österreicher nun alle Kräfte auf den Teambewerb am Montag konzentrieren. "Da ist wieder alles möglich, wir haben uns alle gesteigert", meint Höllwarth. Doch die Medaillen liegen nicht auf dem Silbertablett, auch nicht im Teambewerb. (APA)

K 120-Einzel-Springen/Endstand:

  1. Simon Ammann (SUI)             281,4 Punkte (132,5 m/133 m)
  2. Adam Malysz (POL)              269,7 (131,0/128,0)
  3. Matti Hautamäki (FIN)          256,0 (127,0/125,5)
  4. Sven Hannwald (GER)            255,3 (132,5/131,0)
  5. STEFAN HORNGACHER (AUT)        247,2 (125,0/124,0)
  6. Andreas Küttel (SUI)           245,6 (125,0/122,0)
  7. Kazuyoshi Funaki (JPN)         245,5 (126,5/121,0)
  8. MARTIN KOCH (AUT)              244,5 (126,0/121,5)
  9. Janne Ahonen (FIN)             241,5 (124,0/123,5)
 10. Martin Schmitt (GER)           240,4 (126,0/119,5)
 weiter:
 14. MARTIN HÖLLWARTH (AUT)         233,3 (123,5/117,5)
 21. ANDREAS WIDHÖLZL (AUT)         222,6 (120,5/116,5)
Springen Großschanze:

GOLD: Simon Ammann (SUI)

SILBER: Adam Malysz (POL)

BRONZE: Matti Hautamäki (FIN)

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