Wiener Ökoförderung - vom Bund

11. Februar 2002, 22:41
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Umweltförderung für Betriebe jetzt über die Kommunalkredit AG

Wien - Ein interessanter Ansatz: Die Stadt Wien stellt auf der einen Seite eine eigene Umwelt-Förderschiene für Betriebe ein - und präsentierte andererseits am Montag die Ausweitung der Wiener Wirtschafts-Umweltförderung, mit der Unternehmen weit mehr Mittel lukrieren können.

Wie sich nämlich herausstellte, beteiligten sich Wiener Betriebe bisher nur mäßig an den Förderprogrammen des Bundes. Insgesamt stellt das Umweltministerium 47,2 Millionen Euro (649 Mio. S) für betriebliche Umweltförderung zur Verfügung - wovon sich die Wiener Unternehmen bisher lediglich fünf bis sechs Prozent abholten.

Also stellte die Stadt Wien die eigene, mit 726.728 Euro dotierte Förderschiene ein - und suchte sich einen neuen Partner: die Kommunalkredit Austria AG. Mit deren Hilfe hoffen nun Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) und Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig, den Wiener Anteil bei den Bundesförderungen "locker" auf 25 Prozent steigern zu können.

"First Environmental Check"

Wobei die Wiener Unternehmen bei einer Reihe von umweltrelevanten Investitionen um Subvention ansuchen können: Die Bandbreite reicht vom Anschluss an das Fernwärmenetz über die Errichtung von Solar- und Biomasse-anlagen über betriebliche Verkehrs- und/oder Abfallvermeidungsmaßnahmen bis hin zur thermischen Gebäude- sanierung.

Eine weitere Ökoinitiative der Stadt ist der "First Environmental Check" (FEC), bei dem Betriebe vom Wirtschaftsförderungsfonds beraten werden. Auch das Projekt "Öko-Business-Plan" werde fortgesetzt, betonte Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP). Seit 1999 wurden 280 Unternehmen beraten; 28 Millionen Kilowattstunden Strom, 200.000 Kubikmeter Wasser und 9600 Lkw-Fuhren an Abfällen seien dadurch eingespart worden.

Nettig kündigte weiters eine "Internationalisierungsoffensive" für Wiener Betriebe an, die im Juli starten soll, um die Exportquote umweltrelevanter Produkte weiter zu steigern. Für die zweite Jahreshälfte 2002 sollen 726.728 Euro zur Verfügung stehen, 2003 werden es dann 1,45 Millionen Euro sein. (frei, Der Standard, Printausgabe, 12.02.02)

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