"Diese Aktion ist einfach nicht in Ordnung"

11. Februar 2002, 22:00
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Weihbischof Schwarz entschieden gegen "Priesterinnen"

Wien - "Es ist ein römisch-katholischer Bischof und Punkt." Nicht einmal das Land, aus dem er kommt, wolle sie nennen, gibt sich Christine Mayr-Lumetzberger kryptisch. Und das aus gutem Grund: Der Bischof soll sich bereit erklärt haben, Frauen zu "Priesterinnen" zu weihen.

Circa sieben Frauen werden Ende des Jahres die Weihe empfangen wollen, erzählt Mayr-Lumetzberger. Weitere 23 absolvieren gerade die eigens entwickelte Priesterinnenausbildung. Auch hier ist Verschwiegenheit geboten. Mayr-Lumetzberger im Gespräch mit dem STANDARD: "Frauen, die sich im kirchlichem Dienst befinden, fühlen sich beruflich sehr gefährdet. Es gibt ja auch schon diverse bischöfliche Verbalattacken." Neben der 45-jährigen Linzer Hauptschullehrerin hat sich bisher nur die bayrische Künstlerin Gisela Forster "geoutet". Dass der St. Pöltner Bischof Kurt Krenn den Frauen mit der Exkommunikation gedroht hat, überrascht Mayr-Lumetzberger nicht, aber: "Auf diesem Niveau diskutiere ich nicht."

Der Wiener Weihbischof Ludwig Schwarz forderte Montag, den Namen des katholischen Bischofs zu nennen - man müsse Farbe bekennen. Schwarz: "Diese Aktion ist einfach nicht in Ordnung und steht nicht im Einklang mit der katholischen Kirche."

Dass hier Sanktionen folgen werden, glaubt auch der Wiener Kirchenrechtler Bruno Primetshofer: "Der Bischof des zuständigen Sprengels wird nicht tatenlos zusehen können", sagte er der Kathpress. Solange die ungültig Geweihten nicht tätig werden, gebe es einen Handlungsspielraum. Wird eine Messe zelebriert, so droht die Exkommunikation.

(DER STANDARD, Printausgabe, 12.2.2002)
von Peter Mayr
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