Blair wegen angeblicher Spendenaffäre in der Kritik

11. Februar 2002, 19:02
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Britischer Premier soll Geschäftsmann begünstigt haben

London - Der britische Premierminister Tony Blair ist wegen einer angeblichen Spendenaffäre seiner Labour Party unter Beschuss geraten. Blairs Sprecher wies am Montag in London die Vorwürfe zurück. Die Zeitung "Sunday Telegraph" hatte berichtet, dass Blair den Kauf des größten rumänischen Stahlherstellers Sidex durch einen Geschäftsmann unterstützt habe, nachdem dieser der Labour Party 125.000 Pfund (202.167 Euro/2,78 Mill. S) gespendet hatte.

Der Regierungssprecher sagte, Blair habe im Juli seinem rumänischen Amtskollegen Adrian Nastase einen Brief geschrieben, um ihm zur Einigung mit dem britischen Investor Lakshmi Mittal über den Verkauf des ehemaligen Staatsunternehmens zu gratulieren. Dass der Geschäftsmann kurz zuvor der Labour Party eine Spende überwiesen hatte, habe der Premierminister nicht gewusst. Zudem schäme sich Blair nicht, die Interessen britischer Firmen im Ausland zu unterstützen.

Dagegen kritisierte die britische Presse, dass Mittal in seinem Konzern LNM zwar weltweit rund 125.000 Menschen beschäftige, in Großbritannien aber weniger als hundert Mitarbeiter habe. Zudem sei die rumänische Sidex von einem auf den niederländischen Antillen angesiedelten LNM-Tochterunternehmen gekauft worden, das damit dem britischen Stahlriesen Corus, dem Nachfolger von British Steel, Konkurrenz mache.(APA)

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