Aus Gesundheitsgründen Ehe kitten

11. Februar 2002, 17:52
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Studie: Berufsstress und Scheidung - Tödliche Mischung für Männer

Chicago - Verheiratete Männer können besser mit chronischem Stress am Arbeitsplatz umgehen. Für geschiedene Männer verdoppeln dagegen die ständige berufliche Belastung und die Trennung das Risiko, einen frühen Herztod zu erleiden oder an einer anderen Ursache zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommt eine siebenjährige US-Studie mit 12.336 Männern, die die Amerikanische Ärztegesellschaft (AHA) am Montag im Fachjournal "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht hat.

Autoren sind Karen Matthews von der Universität von Pittsburg (Pennsylvania) und Brooks Gump von der Staatlichen Universität von New York in Oswego. Ihre Untersuchung ("Multiple Risk Factor Intervention Trial"/MRFIT) wertet das gesundheitliche Risiko bei Mehrfachbelastungen im Berufs- und Privatleben. Sie empfehlen Männern, ihre Ehe schon aus Gesundheitsgründen eher zu kitten als zerbrechen zu lassen. "Die Mischung von starkem Berufsstress und einer Trennung beziehungsweise Scheidung sind Fingerzeige auf einen frühzeitigen Tod", heißt es in dem Journal, und weiter: "Bei viel Ärger am Arbeitsplatz hat die Fortsetzung der Ehe in mittlerem Alter einen gewissen Schutzeffekt."

Allein schon Trennung erhöht Risiko enorm

Matthews und Gump wählten für ihre Studie Männer im mittleren Alter aus, die zu Beginn der Studie gesund waren und keine Anzeichen einer Herzerkrankung zeigten, im Laufe der Zeit aber Risikofaktoren für spätere Herzkreislaufprobleme erkennen ließen. Neun Jahre nach Abschluss der Studie zogen die Autoren erneut Bilanz und fanden, dass chronischer Stress im Berufsleben allein - unabhängig von der privaten Situation - das Risiko eines frühes Todes um 25 Prozent erhöhte.

Die Trennung oder Scheidung von der Ehefrau schlug selbst ohne Belastung am Arbeitsplatz mit einem 37 Prozent höheren Risiko zu Buche. Am schlimmsten aber waren jene Männer dran, die an beiden Fronten mit Stress konfrontiert waren, erläuterte Matthews der dpa. "Sie waren rund 100 Prozent stärker gefährdet, früher als verheiratete Männer mit weniger beruflichem Stress zu sterben." Von den 1.332 Opfer dieser Stress-Kombination erlag jeder Zweite einem Herz- oder Kreislaufleiden.

Bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Cholesterin waren zuvor berücksichtigt worden. Sie hatten daher keinen Einfluss auf das Ergebnis. Ausschlaggebend war lediglich der psychologische Effekt. (APA)

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