"Schockiert und wütend"

11. Februar 2002, 18:43
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Naomi Campbell zieht gegen "Mirror" vor Gericht - Bild zeigte sie vor Drogenberatung - den Drogenkonsum gibt sie zu

London - Weil eine britische Boulevardzeitung ein Bild druckte, auf dem sie beim Verlassen einer Drogenselbsthilfegruppe zu sehen war, ist das Top-Model Naomi Campbell vor Gericht gezogen. Das Model sei "schockiert und wütend" über den Artikel und fühle sich "verraten und missbraucht", sagte ihr Anwalt Andrew Caldecott am Montag vor dem High Court in London. Sie sehe dadurch ihre Privatsphäre verletzt. Die Frage, ob sie illegale Drogen konsumiert habe, beantwortete sie mit "Ja", sie gab zu, dass ihr ihre Drogenprobleme 1997 bewusst geworden seien.

"Mutiger Versuch"

Die Zeitung "The Mirror" hatte vor einem Jahr in einer Fotoreportage berichtet, Campbell besuche die Selbsthilfegruppe der "Anonymen Drogensüchtigen" regelmäßig. Es sei ein "mutiger Versuch, ihre Alkohol- und Drogenabhängigkeit zu bekämpfen".

Campells Anwalt erklärte, seine Mandantin sei durch die Veröffentlichung dermaßen außer sich gewesen, dass ein Freund die Sorge geäußert habe, der Bericht werde sie vollends "durchdrehen" lassen. Dem Anwalt zufolge hielt die Veröffentlichung sie auch davon ab, weitere Therapiesitzungen in London zu besuchen. Stattdessen habe sie ins Ausland ausweichen müssen. Campbell sei zuvor ein Jahr lang regelmäßig zu der Gruppe gegangen. Am Tag der Aufnahme habe sie "ausnahmsweise" gleich drei Sitzungen besucht. (APA/red)

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