Fall Pearl: Islamistenführer soll helfen

11. Februar 2002, 16:06
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Azhar könnte wissen, wo sich Scheich Ahmad Omar Saeed aufhält - Gerichtstermin für drei Verdächtige verschoben

Bei der Suche nach dem entführten US-Journalisten Daniel Pearl wollen die pakistanischen Behörden jetzt einen inhaftierten Islamistenführer einschalten. Maulana Masood Azhar, der Anführer der verbotenen Gruppe Jaish-e-Mohammed, soll allerdings erklärt haben, dass er in dem Fall nicht helfen könne, wie am Montag in Karachi verlautete. Ein erster Gerichtstermin für drei festgenommene Tatverdächtige wurde unterdessen verschoben.

Ashar könnte wissen, wo Ahmad Omar Saeed sich aufhält

Azhar könnte nach Auffassung der Behörden wissen, wo sich Scheich Ahmad Omar Saeed aufhält, der im Fall Pearl als Haupttäter gilt. Die beiden Islamisten waren einige Zeit gemeinsam in einem indischen Gefängnis gesessen, bevor sie im Dezember 1999 bei der Entführung eines indischen Flugzeugs nach Kandahar in Afghanistan freigepresst wurden. Nach dem Anschlag auf das indische Parlament Mitte Dezember wurde Azhar dann als mutmaßlicher Verantwortlicher in Pakistan in Haft genommen.

Saeed wurde von einem der drei in Karachi festgehaltenen Tatverdächtigen im Fall Pearl beschuldigt, ihm die Fotos des gefangenen Journalisten geliefert zu haben, die im Internet verbreitet wurden. Der 38-jährige Bürochef der Zeitung "Wall Street Journal" in Karachi war am 23. Jänner auf dem Weg zu einem Treffen mit einem muslimischen Fundamentalisten verschwunden (etat.at berichtete).

In E-Mails vom 27. Jänner forderte die bisher unbekannte Nationale Bewegung für die Wiederherstellung der pakistanischen Souveränität dann im Austausch gegen ihn die Freilassung der auf dem US-Stützpunkt Guantanamo festgehaltenen pakistanischen Gefangenen. Beigefügt war ein Foto, das Pearl und eine auf seinen Kopf gerichtete Pistole zeigte (siehe Bild links). (APA)

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