Ex-Regierungschefs vor internationalen Tribunalen

11. Februar 2002, 14:37
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Hitler-Nachfolger Dönitz zu zehn Jahren Haft verurteilt - Japans Ex-Regierungschef Tojo für Kriegsverbrechen hingerichtet

Hamburg - Mit dem früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic muss sich erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder ein ehemaliger Regierungschef vor einem internationalen Gericht für Kriegsverbrechen verantworten. Vor internationale Militärtribunale wurden nach Kriegsende höchste politische Repräsentanten der Achsenmächte Deutschland und Japan verurteilt.

In Deutschland wurde der von Adolf Hitler in seinem Testament Ende April 1945 als Nachfolger eingesetzte Großadmiral Karl Dönitz als letzter Reichskanzler zur Verantwortung gezogen und im Nürnberger Prozess 1946 zu zehn Jahren Haft verurteilt. In Japan verurteilte 1948 ein internationales Militärtribunal den früheren Ministerpräsidenten Hideki Tojo als Hauptverantwortlichen für die von Japan verübten Kriegsverbrechen zum Tode. Das japanische Staatsoberhaupt, Kaiser Hirohito, wurde auf Betreiben der USA ausdrücklich von dem Vorwurf befreit, an der Entfesselung des pazifischen Krieges beteiligt gewesen zu sein.

Der rumänische "Conducator" Ion Antonescu wurde 1946 von einem Volkstribunal zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der italienische Diktator Benito Mussolini wurde auf der Flucht kurz vor Kriegsende von Partisanen ergriffen und erschossen. (APA/dpa)

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