Oscar-Fieberkurve steigt

11. Februar 2002, 14:36
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Am Dienstag gibt die Academy die Kandidatenliste bekannt

Hollywood - Das Oscar-Fieber steigt Dienstag, mit den Nominierungen für die begehrtesten aller amerikanischen Filmpreise. Nach einem der erfolgreichsten und vielseitigsten Hollywood-Jahre gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Anwärter auf die Oscars bekannt. Als Top- Favoriten gelten in der am meisten beachteten Kategorie "Bester Film" Peter Jacksons Verfilmung der Hobbit-Saga "Der Herr der Ringe" und Ron Howards "A Beautiful Mind", in dem Russell Crowe ein mit der Schizophrenie ringendes Mathematik-Genie spielt.

Andere Award-Shows sind gelaufen

Obwohl die Oscar-Nominierungen für Überraschungen gut sind, gelten die jeweils fünf Anwartschaften für die Hollywood-Trophäen in den wichtigsten der insgesamt 24 Kategorien als sicher - zumal die meisten Award-Shows, die als Trendsetter fungieren, inzwischen gelaufen sind.

"In the Bedroom" und "Black Hawk Down" gelten als fixe Nominierte

Zur Fünfergruppe in der Kategorie "Bester Film" dürfte auch der herausragende Independent-Film "In the Bedroom" gehören. Vor allem wegen der derzeit pro-militärischen Stimmung in den USA, aber auch wegen seiner Inszenierung dürfte der Somalia- Kriegsfilm "Black Hawk Down" von Ridley Scott mit ins Rennen geschickt werden.

Gerangel um den fünften Platz bei der Nominierung für den "Besten Film"

Um den fünften Platz in der prestigeträchtigsten Kategorie gab es allerdings ein Gerangel, dessen Ausgang offen erscheint. Hier werden Baz Luhrmanns Musical "Moulin Rouge" mit Nicole Kidman ebenso große Chancen zugeschrieben, wie Robert Altmans düsterer Mord-Komödie "Gosford Park", die zugleich die ganz unterschiedlichen Welten des britischen Adels und seiner Bediensteten zeigt. Dass die meist auf gefühlsbetonte große Studioproduktionen fixierten Academy-Mitglieder besonderen Gefallen an David Lynchs von Kritikern hoch gelobtem Rätsel-Film "Mulholland Drive" gefunden haben, wird hingegen vielfach bezweifelt.

Wer wird als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert?

Bei den Hauptdarstellern sind einige Stars inzwischen so oft genannt und teils bereits bei den Preisregen seit Anfang des Jahres bedacht worden, dass sie mit großer Sicherheit auch beim Zieleinlauf für die Oscar-Verleihung am 24. März dabei sein werden. Sissy Spacek gehört als verbitterte Mutter in "In the Bedroom" zweifellos dazu. Auch Nicole Kidman wurde immer wieder genannt, meist allerdings für ihre Rolle in "The Others", seltener für "Moulin Rouge". Eine Nominierung für Judy Dench, die in "Iris" die Alzheimerkranke britische Schriftstellerin Iris Murdoch spielt, wäre keineswegs eine Überraschung. Ebenso käme die Oscar-Anwartschaft von Halle Berry für ihre Rolle als Witwe eines Hingerichteten in "Monster's Ball" wie erwartet. Auch die Namen Renee Zellweger, Naomi Watts und Tilda Swinton wurden eifrig gehandelt.

Und bei den Herren?

Für Russell Crowe wäre ein Oscar der zweite in Folge. Er war im vorigen Jahr als "Gladiator" ausgezeichnet worden. An seiner erneuten Nominierung besteht kein Zweifel. Auch Tom Wilkinson, als Mörder des Mörders seines Sohnes in "In the Bedroom", gilt als Anwärter. Und auch die anderen Namensnennungen überraschen zum Ende der Award- Saison nicht mehr: Denzel Washington als korrupter Cop in "Training Day", Will Smith als Boxlegende in "Ali", Gene Hackman als nervender Familienpatriarch in "The Royal Tennenbaums" und Billy Bob Thornton, den die schöne schwarze Berry in "Monster's Ball" von seinem Rassismus abbringt. (APA/dpa)

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