Watchlist II

12. Februar 2002, 22:05
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Wenn das Regime Saddam Hussein einmal gestürzt wird, was nicht so unwahrscheinlich ist, dann werden einige der Spitzenleute dieses Regimes ebenso wahrscheinlich vor einem Kriegsverbrechertribunal wie dem in Den Haag landen, so wie jetzt der frühere Staatschef Jugoslawiens, Milosevic. Und es ist ebenso nicht unwahrscheinlich, dass darunter der irakische Vizepremier Tarek Aziz sein wird, Saddam Husseins enger Vertrauter - und jetzt Gesprächspartner von Jörg Haider.

Die beiden Herren unterhielten sich in Bagdad übrigens laut Agenturmeldung über "die gegenwärtige internationale Lage und die Verschwörung der USA und des Zionismus gegen den Irak". An Haiders Stelle würde man das rasch dementieren, sonst wird er der zweite Österreicher auf der US-"Watchlist", von Israel ganz zu schweigen. Das wäre aber mehr seine Sorge. Was hingegen die Reputation der Republik Österreich betrifft, so schweigt der Bundeskanzler in bewährter Weise.

Das Außenministerium jedoch begrüßte "allfällige lösungsorientierte Gespräche". Diese offizielle Aussage sollte künftig an der diplomatischen Akademie Lehrgegenstand werden, unter dem Titel "Lächeln im Desaster". (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2002)

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