Einigung über Friedensabkommen auf den Molukken

12. Februar 2002, 15:45
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Extremistische Miliz "Laskar Jihad": Nicht alle Moslems vertreten

Jakarta - Christliche und moslemische Gruppen der Molukken haben sich am Dienstag auf ein Friedensabkommen geeinigt, mit dem die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der beiden Religionsgemeinschaften beendet werden sollen. Der indonesische Sozialminister Yusuf Kalla, der die Verhandlungen leitete, erklärte in Malino, beide Seiten wollten die Feindseligkeiten einstellen, es gebe keine weiteren Unstimmigkeiten. "Sie wollen den Krieg wirklich beenden", sagte Kalla. Bei den Gefechten zwischen Christen und Moslems wurden in den vergangenen drei Jahren nach Schätzungen mehr als 5000 Menschen getötet.

Die ostindonesische Inselgruppe der Molukken ist eine traditionelle Wirkungsstätte christlicher Missionare aus Europa und Australien. Nachdem der Konflikt zwischen Christen und Moslems vor drei Jahren in ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen begonnen hat, schaltete sich die moslemische Extremistengruppe "Laskar Jihad" in den Konlikt mit ein. Mitglieder der Organisation waren aus anderen Teilen Indonesiens nach einem Kampftraining in der Nähe von Jakarta auf die Molukken gebracht worden. Der Vatikan beklagte im Laufe des Konflikts die "ethnischen Säuberungen". Auf den Molukken würden die Christen systematisch vertrieben, aus einigen Gebieten seien sie inzwischen fast ganz verschwunden. In den vergangenen Jahren wurden in dem Gebiet mehr als eine halbe Million Menschen aus ihren Heimatdörfern vertrieben.(APA/AP)

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