Wienerin zehn Stunden lang von drei Männern vergewaltigt

11. Februar 2002, 12:05
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26-Jährige als "Gastgeschenk" in Wohnung gelockt, gefesselt, geknebelt und gequält - Täter in Haft

Wien - Eine 26 Jahre alte Wienerin hat ein zehn Stunden dauerndes Sex-Martyrium über sich ergehen lassen müssen. Die junge Frau ist am 5. Februar mit einem Vorwand in eine Wohnung in der Leopoldstadt gelockt, dort ans Bett gefesselt und geknebelt worden. Drei Männer taten ihr Gewalt an. Jetzt befindet sich das Trio hinter Gittern.

Der mutmaßliche Haupttäter, der 59-jährige Albert D., ist einschlägig vorbestraft: In der gleichen Wohnung in der Schüttelstraße, in der jetzt die 26-jährige zweifache Mutter vergewaltigt worden ist, hat er im August 1994 eine damals 21 Jahre alte Rumänin, die er als "Fotomodell" angeheuert hatte, sexuell misshandelt. Die Frau war auf der Flucht vor ihrem Peiniger nackt aus dem Fenster im dritten Stock gesprungen. Sie ist querschnittgelähmt. Für die Tat fasste Albert D. eine sechsjährige Haftstrafe aus.

In der Nacht auf den 6. Februar hat der ehemalige Stuntman, Artist und Zirkusclown gemeinsam mit dem Kellner Robert W. (52) die 26-Jährige einem Freund, dem eben erst in Wien angekommenen Italiener Francesco Ch. (32), als "Gastgeschenk" offeriert. Robert W. hatte die junge Frau, die nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten einen Spaziergang machen wollte, auf einen Kaffee eingeladen. Mit einem Vorwand - "Ich muss meinem Bruder nur schnell etwas bringen" - lockte er die arglose Frau in die Wohnung in der Schüttelstraße.

Weitere Taten nicht ausgeschlossen

Dort gab es für die kleine, zierliche Blondine kein Entkommen mehr. Rund zehn Stunden lang musste sie den drei Männern, die sich mit Alkohol, Kokain und Pornofilmen aufputschten, zu Willen sein, berichtete ein Ermittler des Kommissariats Leopoldstadt heute, Montag. Aus Angst und Scham wagte die Frau zunächst nicht, die Polizei einzuschalten. Sie vertraute sich ihrem Lebenspartner an, der Anzeige erstattete. Den Kriminalisten kam die Personenbeschreibung von Albert D. - er ist missgebildet, hat einen "Buckel" - dann gleich bekannt vor. Er verweigert bisher jede Aussage. Sein Opfer ist "den Umständen nach körperlich noch relativ leicht verletzt davongekommen", so die Polizei, psychisch aber schwer mitgenommen.

Die Ermittler schließen nicht aus, dass noch mehr Frauen in dieser Wohnung Opfer von abartigen "Sex-Partys" geworden sein könnten. Geschädigte können sich im Kommissariat Leopoldstadt unter (01)21128/6113 (Journal) melden. Anhaltspunkte für weitere Erhebungen sind unter anderem auch zahlreiche selbstgeschossene Sexfotos und stapelweise Telefonnummern von Frauen aus den Oststaaten, die die Polizei vermuten lassen, dass Albert D. und seine Freunde im Rotlichtmilieu groß im Geschäft waren. (APA)

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