Marlene-Hommage von Enkel David Riva präsentiert

11. Februar 2002, 14:43
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Dokumentation "Marlene Dietrich - Her Own Song" rückt besonders die politische Mission der Diva im Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt.

Foto: Berlinale
SONDERSEITE: Hommage an Marlene
Berlin - Dem 100. Geburtstag von Marlene Dietrich hat Enkel J. David Riva eine Hommage gewidmet. "Marlene Dietrich - Her Own Song" hatte am Sonntagabend in der Panorama-Reihe der Internationalen Filmfestspiele in Berlin Premiere. Es freue ihn, seinen Debütfilm in der Geburtsstadt der Schauspielerin vorstellen zu können, sagte Riva.

Politische Mission

Die Dokumentation rückt besonders die politische Mission der Dietrich im Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt. Ihr Engagement, von Hollywood aus an die Kriegsschauplätze Europas zu reisen und vor der Truppe aufzutreten, um etwas im Kampf gegen Hitler-Deutschland zu tun, machte sie in den Augen mancher Deutscher zur "Verräterin".

Foto: Berlinale

Bisher unveröffentlichte Materialien

Riva wartete mit teilweise unveröffentlichten Materialien aus dem privaten Nachlass auf. Im Gegensatz zu den von seiner Mutter Maria Riva veröffentlichten Erinnerungen zeigte er viele Aufnahmen von idyllischen Familienszenen. Die zahlreichen Liebesaffären blieben bis auf die Beziehung mit Jean Gabin ausgespart. Interviews mit Zeitgenossen und Freunden bestätigten vor allem eins: Was die Dietrich für sich als richtig erachtete, setzte sie durch. Auch als amerikanische Staatsbürgerin wandte sie sich von Deutschland nicht ab. "So war sie", meinte der Enkel.

Auftritte bei den GI's ganz ohne Starkult

Der chronologisch gehaltene 100-Minuten-Abriss beginnt in den 20er Jahren in Berlin und mit dem ersten großen Filmerfolg in "Der blaue Engel". Das Schlussbild zeigt die Beisetzung 1992 in Berlin. Die vielen Gesichter der Dietrich kommen weniger in Filmausschnitten als bei ihren Konzerten zur Geltung. Ganz ohne Starkult sind die Auftritte bei den GI's, die sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen trugen. Auch die Dietrich konnte öffentlich weinen, wie bei ihrem Konzert in Warschau in den Nachkriegsjahren. (APA/dpa)

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