Keine Steinigung wegen Ehebruchs

12. Februar 2002, 09:27
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Sudanesisches Gericht hebt Todesurteil gegen Christin auf

Khartum - Ein sudanesisches Berufungsgericht hat ein Steinigungs-Urteil gegen einer wegen Ehebruchs verurteilten Christen aufgehoben. Wie vorliegende Gerichtsunterlagen zeigen, schickte das Gericht im südlichen Staat Dafur den Fall zurück an untergeordnetes Gericht mit der Weisung, einen "Tadel" und nicht eine Todesstrafe zu verhängen.

Ehebrecher freigesprochen

Ein Gericht in der Stadt Nyala hatte die Frau am 8. Dezember entsprechend des islamischen Rechts, der Scharia, wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt. Dort ist die schwangere Frau zurzeit inhaftiert. Den Unterlagen zufolge war der Mann, der mit ihr Ehebruch begangen haben soll, von dem ersten Gericht freigesprochen worden. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Right Watch war die Frau 18 Jahre alt, als der Ehebruch stattgefunden haben soll.

Der Fall ist im Sudan bisher einzigartig. Jedoch sind im Süden des Landes, wo überwiegend ChristInnen oder AnhängerInnen von Naturreligionen leben, mehrere Urteile entsprechend der Scharia gefällt worden. Meistens werden sie nicht vollstreckt.
(APA/Reuters)

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