Kirch bereitet den Verkauf des Springer-Anteils vor

11. Februar 2002, 12:06
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Verhandlungen mit einer Finanzgruppe im "fortgeschrittenen Stadium" - Leo Kirch soll der Spitze seines Unternehmens abtreten

Die hoch verschuldete KirchGruppe bereitet laut einem Zeitungsbericht den Verkauf ihrer Beteiligung am Springer-Verlag vor. Die Verhandlungen mit einer Finanzgruppe seien "im fortgeschrittenen Stadium", berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Beteiligte. Die Gläubigerbanken erwägen unterdessen nach Informationen des "Handelsblattes" (Montagausgaben), im Rahmen einer Auffanglösung bei der KirchGruppe einzusteigen.

Die KirchGruppe habe bei den Verhandlungen über einen Verkauf des 40-Prozent-Pakets am Springer-Verlag am Wochenende große Fortschritte gemacht, berichtete die FTD. Kirch peile dabei einen Verkaufspreis von mehr als einer Mrd. Euro an. An der Börse ist das Paket derzeit rund 800 Mill. Euro wert.

Die Schulden der KirchGruppe belaufen sich auf fünf bis sechs Mrd. Euro. Auslöser der aktuellen Krise ist eine Forderung des Springer-Verlags über rund 770 Mill. Euro für eine ProSiebenSAT.1-Beteiligung. In den kommenden Monaten werden zudem Kredite der Dresdner Bank und der Bayerischen Landesbank fällig. Im Herbst kann Rupert Murdoch etwa 1,6 Mrd. Euro für seine Premiere-Beteiligung von Kirch verlangen. Laut "Handelsblatt" diskutieren die Gläubigerbanken, einen Teil ihrer Darlehen in Eigenkapital umzuwandeln. Dabei planen die Kreditinstitute dem Bericht zufolge offenbar ohne Leo Kirch. Dieser solle von der Spitze seines Unternehmens abtreten. (APA)

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